Lichtblicke im Dunkel – Wenn es draußen dunkler wird, beginnt die Suche nach Licht.
Der November gilt als der dunkelste Monat des Jahres. Nicht zufällig liegen die Trauer- und Gedenktage für die Verstorbenen genau in dieser Zeit am Ende des Jahres. Zwar sind die Tage oft noch mild, doch spätestens seit der Zeitumstellung ist deutlich spürbar: Der Winter steht vor der Tür. Nass, kalt und grau – so sieht die Welt in den kommenden Wochen aus. Sollte man meinen.
Doch mit dem Beginn der dunklen Jahreszeit wächst zugleich die Sehnsucht nach Licht. Es beginnen auch die Vorbereitung auf den Höhepunkt des Jahres, dem nicht nur die Konsumwelt, sondern vor allem die Christen entgegenfiebern: dem Weihnachtsfest. Schritt für Schritt beginnen die Straßen zu leuchten: zuerst die Schaufenster der Geschäfte, dann die Lichterketten an Laternen und Bäumen. Weihnachtsmärkte entstehen, Glühweinbuden und Stände werden aufgebaut. Und plötzlich – mit einem Mal – fängt alles an zu leuchten: mitten in der Dunkelheit das helle Licht, die bunte Weihnachtsbeleuchtung, die Sterne in den Einkaufsstraßen.
All das ist Vorbereitung auf das eigentliche Licht, das am Ende dieser geschäftigen Zeit in die Welt kommen wird – ausgehend von Bethlehem, von einem kleinen Kind in einem unscheinbaren Stall, das die Welt verändern soll.
Licht hat eine besondere Wirkung, wenn wir es mitten in die Dunkelheit stellen. Das haben auch Kinder festgestellt, die sich an einem grauen, trüben Sonntag zur Kommunionvorbereitung treffen. Der Raum ist nur schwach beleuchtet. In der Mitte brennt eine einzelne Kerze, deren Flamme versucht, den Raum zu erhellen. Von ihr geht ein wohlig-warmes Gefühl aus – etwas Beruhigendes, auch wenn sie scheinbar wenig gegen die Dunkelheit ausrichten kann. „Wir brauchen mehr Licht“, schlägt eines der Kinder vor.
Also entzündet jedes Kind an der Kerze in der Mitte eine weitere und stellt sie dazu. Bald erfüllt das warme Licht vieler kleiner Flammen den Raum.
„Das Schönste, wenn man Licht teilt, ist, dass es nicht weniger wird, sondern immer mehr“, fasst eines der Kinder zusammen.
Die Adventszeit hat gerade erst begonnen. Teilen wir das Licht, das uns geschenkt ist – damit es heller wird in uns, um uns und für andere.
Carolin Tombers – Theologin, Pastoralassistentin in der Pastoralen Einheit Bonn-Beuel



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