Taugt das Christentum noch als geistiges Fundament? Engagiertes Akademiegespräch & Buchvorstellung

Wenn ein Historiker, Kabarettist, Journalist, Politiker und Bestseller-Autor über das Christentum, über Kirche und Glaube diskutieren, dann ist für Zündstoff vorgesorgt. Der Theologe, Psychiater und Psychotherapeut Manfred Lütz stellte sein neues Buch „Der Skandal der Skandale“ vor. In der sich anschließenden Diskussion über die Frage, ob das Christentum (noch) als geistiges Fundament unserer Gesellschaft taugt, trafen Agnostiker und Atheisten auf rheinische Katholiken. Volker Beck, Jürgen Becker, Günter Wallraff, Manfred Lütz und Martin Stankowski diskutierten über Geschichte, Entwicklungen und Verfehlungen der katholischen Kirche, über Missbrauch, Homosexualität, Judentum und Islam. Lütz Buch möchte die wissenschaftlichen Fakten über die Geschichte des Christentums neu darstellen und zurechtrücken. Einige seiner Thesen wirken überraschend, doch es ist spannend und auch lohnenswert, darüber nachzudenken.

Ein solcher Gesprächsabend kann nur Anstoß sein, die Frage weiter in den Blick zu nehmen, denn eine einfache Antwort darauf gibt es nicht. Ein wirklicher Austausch lebt vor allem von einer kontroversen Diskussion um die Sache auf Augenhöhe. So war der Abend gewiss nicht „rund“, aber sehr aufschlussreich: unter den Gesprächspartner gibt es die gemeinsame Gewissheit, dass ein christlicher Glaube unsere Gesellschaft trägt, zusammenhält und Türöffner ist zu anderen Religionen. (Pe, 11.4.2018)