© Holger Weinandt, CC BY-SA 3.0
© Holger Weinandt, CC BY-SA 3.0

Unterschätzter Baumeister

Johann Claudius von Lassaulx

Der 1781 in Koblenz geborene und 1848 auch dort verstorbene Johann Claudius Lassaulx hat durch sein Wirken als Architekt, Bauinspektor und Denkmalpfleger den Mittelrhein nachhaltig geprägt. Obwohl er in die Literatur als einer der bedeutenden Architekten der ersten Hälfte des 19. Jh. eingegangen ist und zu seiner Zeit überregional geschätzt wurde, zählt er bis heute – etwa im Vergleich zu Karl Friedrich Schinkel, mit dem er zusammenarbeitete – zu den unbekannteren Baumeistern. Der Autodidakt vertrat eine sehr frühe Form des historisierenden, sich am Mittelalter orientierenden Bauens. Seine am preußischen Klassizismus geschulte Interpretation der traditionellen heimischen Bauart am Mittelrhein schuf ein singuläres und völlig eigenständiges Oeuvre.

Leistungen

Der Preis für die Erkundung beträgt 120,00 € und umfasst:

  • Busreise ab Bensberg und Köln sowie zurück;
  • Zwei-Gänge-Mittagessen im Restaurant adaccio in Koblenz;
  • Führungen und Eintritte.
Ablauf

Mittwoch, 5. Juni 2019
Busreise ab Bensberg (8.15 Uhr) und Köln (9.00 Uhr) nach Vallendar.

St. Marcellinus in Vallendar
Die 1837-41 erbaute Kirche vereinigt die Idee einer dreischiffigen und querhauslosen romanischen Pfeilerhalle mit dem kreuzförmigen Grundriss eines gotischen Baus. Die weit in die Tonnengewölbe des Mittelschiffs einschneidenden Arkadenbögen vermitteln dem Raum einen monumentalen klassischen Anstrich.

Deutsches Eck in Koblenz
Als Stadtbaumeister war Lassaulx über Jahrzehnte mit vielfältigen Aufgaben in Koblenz betraut. 1819 erbaute er die ehemalige städtische Schule am Kastorhof. Den Pfarrhof von St. Kastor gestaltete er 1827-29. Die Kirche selbst, eine Stiftung Ludwig des Frommen, restaurierte er noch kurz vor seinem Tod. Auch am Ausbau der Festung Ehrenbreitstein war er beteiligt.

St. Servatius in Koblenz-Güls
Der Umgangshallenbau von 1833-40 besitzt noch die originale Bemalung der äußerst leicht wirkenden Gewölbesegel. Zarte Begleitbänder aus Knospen und Blättchen sind den Gewölbegraten beigefügt. Der Außenbau dominiert durch seine gegliederten und, wie immer bei Lassaulx, steinsichtigen Bruchsteinwände.

St. Johannes in Treis-Karden
Während die historischen Anleihen Lassaulxs fast immer in der romanischen Bauart zu finden sind, so hat er mit der St. Johannes-Kirche (1824-28) ein sehr frühes Beispiel für neugotisches Bauen geliefert. Meisterhaft wurde hier ein klassizistisch strenger Baukubus mit einer gotischen Halle verbunden. Die einzigartige, netzrippengewölbte Chorkuppel ist ähnlich dem Pantheon in Rom lediglich durch ein Kuppel-Oberlicht beleuchtet.
Rückreise nach Köln (ca. 19.15 Uhr) und Bensberg (ca. 20.00 Uhr).

Änderungen im Programmverlauf und in der Organisation bleiben vorbehalten.