Sizilien. Geschichtsträchtig.

Normannen und Griechen im Westen Siziliens

Auch wenn die ersten griechischen Kolonien auf Sizilien an der Ostküste gegründet wurden, so liegen doch die umfangreichsten archäologischen Stätten im Westen: In Segesta, Selinunt und Agrigent stehen die Tempelsäulen noch aufrecht, liegen heute die Zeugnisse griechischer, phönizischer und römischer Kultur nicht wie in Syrakus unter modernen Städten begraben. Jahrhunderte später glänzt das westliche Sizilien unter den Königen und Kaisern der Normannen und Staufer in ganz anderer Weise: Der Goldglanz byzantinischer Mosaik-Zyklen schimmert in Palermo und Cefalù in romanischen Domen mit islamisch beeinflussten Kuppeln und bemalten hölzernen Gewölben. Reiche Figurenkapitelle formen in Monreale den Kreuzgang eines königlichen Klosters. All diese Herrlichkeit verfiel später unter dekadenten Herrschern der Neuzeit, eine immerwährende Klage, die in Lampedusas „Leopard“ zur Weltliteratur wurde. Doch hatte Goethe, wie meist, dennoch recht: „Italien ohne Sizilien gibt kein rechtes Bild in der Seele. Diese Insel erst ist der Schlüssel zu allem.“

Leistungen

Der Preis für die Ferienakademie beträgt 2.238,00 € pro Person im Doppelzimmer und umfasst:

  • Flug mit Condor von Düsseldorf nach Palermo sowie zurück inkl. Steuern und Gebühren u. a. für ein Gepäckstück bis 23 kg, das aufgegeben wird (Fluggesellschaft und -zeiten vorbehaltlich möglicher Änderungen; andere Flughäfen auf Anfrage und ggf. gegen Aufpreis);
  • 3 Übernachtungen im Doppelzimmer mit Bad im Grandhotel et des Palmes**** in Palermo und Frühstücksbuffet;
  • 4 Übernachtungen im Doppelzimmer mit Bad im Hotel Giardino di Costanza Resort***** in Mazara del Vallo und Frühstücksbuffet;
  • Weinprobe am 10.10.2019;
  • Mittagessen am 10., 11. und 12.10.2019 (inkl. Wein, Wasser, Kaffee);
  • Drei-Gänge-Abendmenü am 6., 9., 11. und 12.10.2019 in den Hotelrestaurants (inkl. Wein, Wasser, Kaffee);
  • Abendessen am 7.10.2019 in einer Pizzeria (inkl. Wein, Wasser, Kaffee);
  • Drei-Gänge-Abendmenü am 10.10.2019 (inkl. Wein, Wasser und Kaffee)
  • Führungen, Besichtigungen, Eintritte, Gebühren und Stadtsteuer;
  • Bereitstellung eines Funk-Kopfhörersystems;
  • Fahrten mit einem Reisebus laut Programm;
  • Schifffahrt am 11.10.2019;
  • Reiseleitung der Thomas-Morus-Akademie Bensberg ab Palermo/bis Düsseldorf; durchgehende Mitwirkung einer örtlichen, lizenzierten, deutschsprachigen Fachkraft;
  • Reiseinformationen;
  • Reisepreissicherungsschein.

Hotels
Palermo: Das Grand Hotel et des Palmes**** befindet sich mit 98 Zimmern in einem Jugendstilgebäude an der regen Via Roma im Herzen des historischen Stadtzentrums. Richard Wagner vollendete in diesem Haus die Komposition seiner letzten Oper „Parsifal“. (3 Übernachtungen)
Mazara del Vallo: Inmitten von Weinbergen und Olivenhainen befindet sich das Hotel Giardino di Costanza Resort*****. (96 Zimmer; Innen- und Außenpool; 4 Übernachtungen)

Einzelzimmerzuschlag: 380,00 € (Doppelzimmer zur Einzelnutzung )

Ablauf

Sonntag, 6. Oktober 2019
Benvenuti in Sicilia!
Flug mit Condor von Düsseldorf (15.00 Uhr) nach Palermo (17.45 Uhr), Empfang durch Dr. Andreas Thiel und Fahrt zum Hotel. Programmeinführung.

Montag, 7. Oktober 2019
La Splendida e la Miseria: Palermo
Glanzvolle Kirchen und vernachlässigte Paläste liegen in der Altstadt dicht beieinander wie der ausführliche Spaziergang zeigt: Vorbei an der Oper und durch das Marktviertel geht es zu den Normannenkirchen Santa Maria und San Cataldo, wo sich griechische und islamische Architektur mit strahlender byzantinischer Mosaikkunst mischen. Im Dom fand Kaiser Friedrich II. im Porphyrsarkophag seines Großvaters, dem Normannenkönig Roger II., die letzte Ruhe. Dieser baute die großartige Cappella Palatina. Auch im Kloster San Giovanni gab es einst eine Grablege der Normannenfürsten (12. Jh.).

Dienstag, 8. Oktober 2019
Entlang der Nordküste
Ein markanter Felsen beschattet in Cefalù den ältesten Normannendom Siziliens. Hier sollten die Könige in Ewigkeit ruhen, doch Palermo siegte im Streit, so blieb der Dom Fragment. Kraftvoll, romanisch streng und byzantinisch goldglänzend „erzählt“ er vom Aufstieg der normannischen Raubritter zu den königlichen Herren Unteritaliens. Vorbei an den Ruinen des Zeus-Tempels von Himera geht es nachmittags zurück an die Conca d‘Oro, die „Goldene Muschel“, wie die Hafenbucht Palermos genannt wird. Hoch am Capo Zafferano lag einst eine römische Siedlung, wo in den Villen das Leben so dekadent war wie später in den nahen Barockpalästen von Bagheria, den Schauplätzen von Lampedusas „Leoparden“.

Mittwoch, 9. Oktober 2019
Von den Normannen zu den Griechen
Nach einem kurzen Besuch des Archäologischen Museums von Palermo Fahrt nach Monreale. Dort steht mit dem Dom, eigentlich der Benediktinerabteikirche, die letzte prachtvolle, aber hybride Blüte der Normannenkunst auf Sizilien. Neben den Mosaiken ist vor allem der Kreuzgang aus der frühen Stauferzeit mit den unzähligen Figurenkapitellen beachtenswert. Tagesziel ist das Hotel Giardino di Costanza***** in Oliven- und Weingärten nahe Mazara del Vallo.

Donnerstag, 10. Oktober 2019
Riesenhafte Ruinen an der Südküste
Mit der kleinen Santissima Trinità di Delia bei Castelvetrano blitzt ein letztes Mal das normannische Mittelalter auf, bevor der Tag ganz den Griechen gewidmet ist: Aus den Steinbrüchen bei Campobello wurden einst die Säulentrommeln für die monumentalen Tempel von Selinunt gebrochen. Die Hafenstadt mit ihrer Akropolis, den Wohn- und Festungsbauten, vor allem aber mit ihren sowohl bescheidenen als auch gigantischen Sakralbauten erschließt sich bei ausgiebigen Spaziergängen. Eine gemeinsame Mittagseinkehr in einem Fischrestaurant im nahen Küstenort unterbricht die archäologischen Studienwege auf das Angenehmste.

Freitag, 11. Oktober 2019
Die windige Westküste
Aus den vielen Schiffswracks an der sturmumtosten Westküste vor Mazara del Vallo und Marsala konnten bedeutende Funde geborgen werden: wie griechische Bronzen, die den Glanz des klassischen griechischen Sizilien widerspiegeln. Doch nicht die Hellenen allein siedelten an den Küsten, auch die Phönizier hatten hier Handelsniederlassungen. Beredte Zeugen jener Zeit sind die Ruinen auf der Insel Mozia in den Salzlagunen bei Trapani. Vor allem aber ist die kurze Schifffahrt (wetterabhängig) eine Reise zum „Jüngling von Mozia“. Vom Berg Erice bei Trapani erschließt sich ein weites Panorama über hellenisch wirkende Küsten. So gilt es hier, Aeneas zu gedenken, der – der Mythologie zufolge – zu Ehren seiner Mutter Aphrodite am Erice Spiele veranstaltete und hier seinen Vater Anchises begraben musste.

Samstag, 12. Oktober 2019
Entlang der Südküste
Neben Selinunt war Agrigent die bedeutendste griechische Stadt an der Südküste. Das hoch gelegene Tal der Tempel ist seit jeher Ziel der Reisenden, schon Goethe zeichnete hier Säulen und Felsen. Wie in Selinunt zeugt die lange Reihe der teils riesenhaften Tempel aber auch vom Hochmut der griechischen Stadttyrannen. So blieb manches unvollendet oder wurde von siegreichen Feinden planvoll wieder zerstört. Glanzvolle Hochkulturen und das Elend immerwährender Fehden und Kriege lassen sich an den Ruinen ablesen. Wohl auch aus diesem Grund trägt der schönste Tempel den Namen „Concordia“ – Eintracht.

Sonntag, 13. Oktober 2019
Arrivederci Sicilia!
Gegen Mittag Fahrt von Mazara del Vallo nach Norden, wo bei Segesta ein unvollendeter griechischer Tempel die Szene erneut ins Antikische führt. Nach einem kurzen Besuch des nahen pittoresken Hafenstädtchens Castellammare del Golfo am späten Nachmittag Fahrt zum Flughafen von Palermo und Flug mit Condor (18.45 Uhr) nach Düsseldorf (21.25 Uhr).

Änderungen im Programmverlauf und in der Organisation bleiben vorbehalten.