Mose, Jesus und Muhammad-Seminar mit Prof Dieter Vieweger-Thomas-Morus-Akademie Bensberg
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Mose, Jesus und Muhammad

Wie die drei großen Religionen entstanden

Der Vordere Orient ist die Ursprungsregion der drei großen Weltreligionen Judentum, Christentum und den Islam. Eine riesige religionsgeschichtliche Entwicklung war bereits zurückgelegt, als die erste monotheistische Gemeinschaft entstand. Doch seither hat nicht nur diese sich vielfältig verändert, sondern auch die ihr nachfolgenden Religionsgemeinschaften. Die Heiligen Schriften und deren vielfältige Auslegungen interpretierten die Umwelt und fragten nach dem Sinn des Lebens.

Wo ist die Verbindung zwischen den drei Religionen, die bis heute den Orient prägen? Waren sie sich immer fremd? Waren sie stets Konkurrenten?

Den Spuren der Entstehung der drei monotheistischen Religionen geht das Seminar mit Prof. Dr. Vieweger nach. Wir laden Sie dazu herzlich nach Bensberg ein.

Ihr/e Referent/in

Samstag, 26. November 2022

14.00 Uhr
Von Mose und den Erzeltern
Wer waren die israelitischen Stämme?
Die Religion der Erzväter Israels und die Flucht Moses aus Ägypten gehören zu den Grundfesten der israelitischen Religion. Was glaubte man damals? War JHWH ein ferner, unnahbarer Gott oder ein den Menschen zugewandter Helfer und Ratgeber? Wie sah der Glaube der israelitischen Stämme und eines David aus? Was war das Besondere dieser Religion?

15.30 Uhr
Kaffee- und Teepause

15.45 Uhr
Wie das Judentum entstand
Durch Krisen verändert und gestählt
Der Weg vom israelitischen Staatsglauben zu einer Bekenntnisgemeinde – dem Judentum – wurde vom staatlichen Zusammenbruch Judas und der Zerstörung Jerusalems 587 v. Chr. angestoßen. Die gesamte Religion veränderte sich. Bald bekannte man sich zu Speise-, Fasten- und Opfergeboten, hielt an der Beschneidung fest und war in hellenistischer und römischer Zeit selbst bereit, lieber zu sterben als die eigenen Traditionen zu verleugnen. Die Zeiten der Bedrohung und der Krisen führen zu einem rabbinisch-pharisäisch geprägten Judentum, das wir bis heute kennen.

18.00 Uhr
Abendessen

19.00 Uhr
Die Botschaft vom Reich Gottes
Vom erzählten Jesus zum geglaubten Christus der Evangelien
Nach den Zeugnissen des Neuen Testaments war Jesus von Nazaret ein Charismatiker, der seine Botschaft im Kontext des zeitgenössischen Judentums verkündete. Folglich war die Jesusbewegung eine jüdische Erneuerungsbewegung. Ähnliches kann man von der Bewegung um Johannes den Täufer sagen. Die Zeitgenossen und auch Jesus von Nazaret selbst hielten ganz offensichtlich nichts für die Nachwelt fest und gaben ihre Erlebnisse und Überzeugungen mündlich weiter. Dabei lebten die frühen Christen in der Erwartung, dass mit der Auferweckung Jesu von den Toten die Endzeit und damit das Reich Gottes angebrochen sei. Sie erwarteten den endgültigen Durchbruch der Gottesherrschaft in Kürze. Doch anstelle des Gottesreiches entstand die Kirche.

21.15 Uhr
Ende des Veranstaltungstages

Sonntag, 27. November 2022

ab 7.00 Uhr
Frühstück für Übernachtungsgäste

8.00 Uhr
Gelegenheit zum Besuch eines katholischen Gottesdienstes in der Edith-Stein-Kapelle

9.30 Uhr
Die Heilige Schrift als Maßstab – aber: Was soll man wie glauben?
Der „orthodoxe“ Glaube des Christentums
Mit dem Eintritt von Christen in den römischen Staatsapparat trafen dort verschiedene Glaubensüberzeugungen der neuen Religion aufeinander. Sie gelangten in den öffentlichen gesellschaftlichen Disput und wurden selbst vor dem Kaiser ausgetragen. Folglich machte das Christentum im 4. bis 8. Jh. schwere Kämpfe durch – an dessen Ende sich überhaupt erst die christlichen Kirchen – wie wir sie heute kennen – herausbildeten. Die Kirche stritt um die Frage nach der „Einzigkeit“ Gottes, es setzte sich die Zwei-Naturen-Lehre durch: Jesus Christus sei wahrer Mensch und wahrer Gott in einer Person. Es mag für heute befremdlich sein, dass sich Glaubensüberzeugungen und Politik in einem derartigen Maße durchmengen konnten und der „orthodoxe“ Glauben mit Staatsgewalt durchgesetzt wurde. Jedoch ging es den Beteiligten zunächst um das Wichtigste in ihrer Existenz, den wahrhaften Glauben.

11.00 Uhr
Kaffee- und Teepause

11.30 Uhr
Muhammad und keine neue Religion
Die „Gemeinde der Mitte“ zwischen Juden und Christen
Muhammad ibn Abdallah wurde um 570 n. Chr. in Mekka geboren (gest. 632 n. Chr.). Auch bei Muhammad und seinen Anhängern zeigen sich Einflüsse der Spätantike – die Hochschätzung asketischer Ideale, das Bedürfnis zum kontinuierlichen Gebet und das Abhalten intensiver Fastenzeiten. Der gesamte mekkanische Teil des Koran enthält alle wichtigen Erzählungen des Alten Testamentes und ebenso die Gründungsgeschichte des Christentums. Nach seiner Übersiedlung nach Medina wurde Muhammad auch mit den Grundideen der jüdischen Kultvorschriften, den Fastengeboten und liturgischen Formeln vertraut. Insofern gründete Muhammad keine neue Religion, sondern formte das im Umlauf befindliche religiöse Bildungsgut zu einer neuen Theologie um und gründete eine „Gemeinde der Mitte“.

13.00 Uhr
Mittagessen

14.00 Uhr
Ende des Seminars

Änderungen im Programmverlauf und in der Organisation bleiben vorbehalten.

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