Seefahrer, Mönche, Maler

Die Normandie

Zur Befriedung der Küsten des westfränkischen Reiches entstand im 10. Jahrhundert das Herzogtum Normandie, das im Mittelalter einer der modernsten Staaten Europas war. Lange Zeit „Zankapfel“ zwischen Frankreich und England, ermöglichte gerade die ökonomische Stärke dieser Region mehrere großartige kulturelle Blüten. So zeigen hier heute Städte und Ortschaften Kunstwerke aus dem Mittelalter, der Renaissance, aus dem 19. Jahrhundert aber auch der Moderne. Denn Maler und Architekten wie Claude Monet, Eugène Boudin oder Oscar Niemeyer faszinierte die Landschaft, die Küste und die Atmosphäre, sie bannten diese in ihren berühmten Werken.
Sehr lohnend ist es daher, die Facetten der vielfältigen Kultur- und Kunstgeschichte der Normandie zu betrachten und zu erleben, die ebenso lichtdurchflutet-liebliche wie raue Landschaften kennt, die geprägt ist durch die Kanalküste, wo satte Wiesen, Apfelbäume ebenso dazu gehören wie der Käse, der Cidre oder der Calvados.

Leistungen

Der Preis für die Ferienakademie beträgt 1.865,00 € pro Person im Doppelzimmer und umfasst:

  • Busreise von Bensberg und Köln sowie zurück;
  • 3 Übernachtungen im Doppelzimmer mit Bad im Hotel Mercure Rouen Centre Cathédrale****;
  • 5 Übernachtungen im Doppelzimmer mit Bad in der Best Western Plus Hostellerie du Vallon**** in Trouville-sur-Mer;
  • Frühstücksbuffet in den Hotelrestaurants;
  • Drei-Gänge-Menü inkl. Tischgetränken in örtlichen Restaurants an sechs Abenden;
  • Besuch einer Calvados-Brennerei mit Degustation am 24.6.2019;
  • Führungen, Besichtigungen, Eintritte und Gebühren laut Programm;
  • Bereitstellung eines Funk-Kopfhörersystems;
  • Stadtsteuern in Rouen und Trouville-sur-Mer;
  • Reiseleitung der Thomas-Morus-Akademie Bensberg ab/bis Bensberg;
  • Reiseinformationen
  • Reisepreissicherungsschein.

Hotels
Rouen: Das Hotel Mercure Rouen Centre Cathédrale**** (125 Zimmer) befindet sich in unmittelbarer Nähe der Kathedrale und ist idealer Ausgangspunkt für die Erkundungen in der Altstadt. Der historische Marktplatz Place du Vieux Marché und der große Uhrenturm Gros-Horloge sind fußläufig zu erreichen. (3 Übernachtungen)
Trouville-sur-Mer: Im Seebad des 19. Jahrhunderts nach dem Geschmack der Pariser erbaut, liegt das – im neo-normannischen Stil gestaltete – Best Western Plus Hostellerie du Vallon**** rund 10-15 Gehminuten von der Strandpromenade entfernt. (5 Übernachtungen)

Einzelzimmerzuschlag: 395,00 €

Ablauf

Donnerstag, 20. und Freitag, 21. Juni 2019
Busreise von Bensberg (7.30 Uhr) und Köln (8.15 Uhr) nach Rouen.
Rouen: Hauptstadt der Haute-Normandie
Der historische Stadtkern mit der prächtigen gotischen Kathe-
drale Notre-Dame, der Grablege der normannischen Herzöge, der Abteikirche Saint-Ouen sowie der spätgotischen Pfarrkirche Saint-Maclou sind sehenswert. Die Gassen zwischen den kirchlichen Zentren der Stadt sind von Fachwerkhäusern gesäumt, so auch der alte Friedhof L’Aître Saint-Maclou. Wo einst Jeanne d’Arc auf dem Scheiterhaufen starb, setzt heute eine moderne Kirche städtebauliche Akzente. Lohnend ist auch die Betrachtung der Keramiken im Musée de la Céramique, sind sie doch Spiegel der Kreativität der Fayencefabrikanten von Rouen (14. bis 19. Jh.).

Samstag, 22. Juni 2019
Claude Monet und sein Giverny
Einen Garten nach eigenen Vorstellungen, dessen beständiger Wandel im Lauf der Jahres- und Tageszeiten Auge und Herz erfreut und inspiriert, diesen Traum erfüllte sich Claude Monet – und machte seinen Garten von Giverny in seinen Werken unsterblich. Denn: Wer kennt sie nicht, die ungezählten Gartenbilder mit den Blumenrabatten, dem berühmten Seerosenteich oder der japanischen Brücke? Darüber hinaus bieten in Giverny Monets einstiges Haus und das Atelier Einblicke in sein Familienleben wie seine Inspirationsquellen. Mit diesen Eindrücken wird nachmittags wieder Rouen – mit Gelegenheit zum Besuch des Viertels Saint Maclou und eines katholischen Gottesdienstes – erreicht.

Sonntag, 23. Juni 2019
Von Rouen nach Trouville an die Kanalküste
Sowohl für Liebhaber romantischer Ruinen als auch für Kenner romanischer Kunst ist die ehemalige Abtei von Jumièges ein Muss. Trotz der Zerstörung lässt sich noch immer die Modernität der normannischen Romanik erkennen. Über die etwa 2 400 m lange und 1995 eröffnete Pont de Normandie wird der alte, malerische Hafen Honfleur mit dem historischen Hafenbecken und der markanten Holzkirche Sainte-Catherine erreicht. Wo in der frühen Neuzeit Entdecker starteten, laden heute Gassen mit Galerien zum Bummeln ein. Spätnachmittags schweift in Trouville der Blick vom Strand in die Weite des Meeres.

Montag, 24. Juni 2019
Seebad-Charme und Pay d‘Auge
Während das Seebad Deauville – das im 19. Jahrhundert als beliebtes Ausflugsziel der Pariser an der Kanalküste entstand – das Flair der Belle Époque ausstrahlt, verdankt Lisieux seinen Ruhm der heiligen Therese vom Kinde Jesu (1873-1897). Bereits 1923 selig- und zwei Jahre später heiliggesprochen, wurde ihr die im neoromanischen Stil errichtete Basilika geweiht, die jährlich Tausende Gläubige anzieht. Nach einer Fahrt entlang der Streuobstwiesen des Pays d‘Auge schließt sich ein Bummel durch die Gassen von Beuvron-en-Auge an, wo kleine Geschäfte regionale Produkte anbieten.

Dienstag, 25. Juni 2019
Kontrastreich: Le Havre und Étretat
Frankreichs größter Außenhandelshafen an der Seine-Mündung lebt von Kontrasten: Badestrände, Industrie und Großstadtleben prägen ebenso das Stadtbild von Le Havre wie die Tradition im alten Viertel von Saint-François oder die Neubauten des Quartier Modern. Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges setzten hier Architekten wie Oscar Niemeyer oder Auguste Perret mit dem Entwurf der Stadtkirche Saint-Joseph interessante Akzente. In den umgewidmeten alten Hafenanlagen sorgen Architekturentwürfe von Jean Nouvel für Aufsehen. Das nach Plänen von André Malraux am Meer erbaute Musée des Beaux-Arts gilt – nach dem Pariser Musée d’Orsay – als größte Sammlung mit Werken französischer Impressionisten. Noch heute ist zu ahnen, warum der kleine Fischerort Étretat zahlreiche Landschaftsmaler inspirierte und es Claude Monet immer wieder hierher zog …

Mittwoch, 26. Juni 2019
Bayeux: Der Teppich, die Kathedrale …
Selten wurden im hohen Mittelalter andere als sakrale Themen in Bildwerken dargestellt. Anders bei der Tapisserie von Bayeux: Auf einem 70 m langen Leinenstreifen wird hier – vermutlich kurz nach dem Ereignis – sehr detailliert die Eroberung Englands durch Wilhelm den Eroberer (1066) in kunstvoller Stickerei geschildert. Diese wohlhabende Zeit dokumentieren auch die Kathedrale Notre-Dame und die ehemalige Abteikirche von Cerisy-la-Forêt, die, 1032 gegründet, ein großartiges Beispiel normannischer Romanik ist.

Donnerstag, 27. Juni 2019
Caen und die Landungsküsten
Unter Wilhelm dem Eroberer war Caen die Hauptstadt der Normandie. Hier ließen er und seine Frau – als Sühne ihrer zu nahen Verwandtschaft – die Abteien Saint-Étienne und Sainte-Trinité errichten: Aus kunsthistorischer Perspektive sind beide wegweisende Bauwerke der „normannischen Romanik“. Auch richtet sich heute der Blick in die jüngste Vergangenheit: Denn das Musée du Débarquement in Arromanches widmet sich eindrucksvoll der Landung der Alliierten und der Schlacht um die Normandie.

Freitag, 28. Juni 2019
Au revoir!
Rückreise nach Köln (Ankunft ca. 18.00 Uhr) und Bensberg (Ankunft ca. 18.45 Uhr).

Änderungen im Programmverlauf und in der Organisation bleiben vorbehalten.