© Commons Wikimedia; Heikenwaelder Hugo, Austria
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Nikolaus von Kues, Francesco Petrarca, Pico della Mirandola …

Freie Geister zwischen Mittelalter und früher Neuzeit?

„Ein großes Wunder ist der Mensch.“ Mit diesen Worten beginnt der junge Gelehrte Pico della Mirandola im Jahr 1496 seine Epochenschrift „Über die Würde des Menschen“. Die Freiheit, selbstverantwortlich den eigenen Platz in der Welt zu suchen, ästhetische Bildung, Orientierung an den Gelehrten der Antike, Ablehnung des scholastischen Denkens, ein neues Verhältnis zur Geschichte oder gar zu Gott – das waren die zentralen Themen seiner Zeit.

Damit wurden aber auch uralte Fragen aufgeworfen: etwa die nach dem Wesen des Menschen sowie nach seiner Stellung in der Welt und in der gesamten Schöpfung. Mit ihren Antworten auf diese öffneten della Mirandola wie auch andere humanistische Denker der Epoche – von Nikolaus von Kues bis hin zu Marsilio Ficino je auf ihre eigene Weise –  die Tür zur europäischen Renaissance. Diese wurde selbst für lange Zeit als scharfe Abgrenzung vom Mittelalter, als revolutionärer Neuansatz Europas und als Schritt hin zur Neuzeit verstanden.

Doch ist diese Abgrenzung aus heutiger Perspektive tatsächlich sinnvoll und wird sie überhaupt dem Werk der humanistischen Denker gerecht, die die Antike nur durch die Brille des Mittelalters sehen konnten? Worin besteht das Neue ihrer Philosophie, worin lassen sich aber auch Kontinuitäten zu früheren Epochen entdecken?

Erst eine Kenntnis ihrer Werke und eine Beschäftigung mit ihrem Denken hilft dabei, die weiteren Entwicklungen Europas zu verstehen und eröffnet dabei auch neue Einsichten in die Kunst und Kultur der Zeit.

Leistungen

Der Preis für die Veranstaltung beträgt 130,00 € pro Person und umfasst:

  • Tagungsbeitrag;
  • Abend- und Mittagessen als Drei-Gänge-Buffet;
  • Mineralwasser im Tagungsraum;
  • Kaffee- und Teepausen mit Gebäck bzw. Kuchenangebot;
  • 1 Übernachtung im Einzel- oder Doppelzimmer zur Einzelnutzung;
  • reichhaltiges Frühstücksbüffet.

Tagungsort
Die Veranstaltung findet statt im Kardinal-Schulte-Haus, Sitz der Thomas-Morus-Akademie Bensberg. Das Kardinal-Schulte-Haus ist ein modernes Konferenzhotel des Erzbistums Köln, ruhig gelegen in einer 8 ha großen Parkanlage, auf einer kleinen Anhöhe in Bensberg (20 km östlich von Köln). Bei klarem Wetter beeindruckt der Panoramablick vom „Bergischen Balkon“ über die Kölner Bucht. Das Haus verfügt über insgesamt 44 Einzelzimmer sowie 106 Doppel- und Zweibettzimmer, jeweils ausgestattet mit TV und Radio, Safe, kostenfreiem WLAN und Bad mit Dusche/WC und Fön. (www.k-s-h.de)

Ablauf

Samstag, 19. Januar 2019

14.00 Uhr    
Begrüßung und Einführung

„Die gebildeten Humanisten zogen die Philosophie der Alten, eines Socrates oder eines Plato, dem angeblichen Christenthume weit vor.“
Der „Humanismus“ als Epochenbegriff

PD Dr. Dr. Stefan Seit, Arbeitsbereich Philosophie des Mittelalters, Johannes Gutenberg-Universität Mainz

15.30 Uhr     
„Der Mensch ist nämlich Gott …; er ist ein menschlicher Gott.“
Nikolaus von Kues und das Bild des Menschen im Übergang vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit

Pau Ruiz Bernat, M. A., Arbeitsbereich Philosophie des Mittelalters, Johannes Gutenberg-Universität Mainz

16.15 Uhr    
Kaffee- und Teepause

16.30 Uhr    
Quellenlektüre in Gruppen

PD Dr. Dr. Stefan Seit, Mainz
Pau Ruiz Bernat, M. A., Mainz
Julian Joachim, M.A., Arbeitsbereich Philosophie des Mittelalters, Johannes Gutenberg-Universität Mainz    

18.00 Uhr    
Abendessen

19.00 Uhr    
„… zornig auf mich, weil ich auch jetzt noch das Irdische bewunderte.“
Francesco Petrarca und der Mensch im italienischen Renaissancehumanismus

PD Dr. Dr. Stefan Seit, Mainz
Julian Joachim, M.A., Mainz
Pau Ruiz Bernat, M. A., Mainz

21.15 Uhr  
Ende des Veranstaltungstages

Sonntag, 20. Januar 2019

ab 7.00 Uhr Frühstück für Übernachtungsgäste 

8.00 Uhr    
Gelegenheit zur Mitfeier der Eucharistie in der Edith-Stein-Kapelle    

 9.30 Uhr   
„In die Mitte der Welt habe ich dich gestellt.“
Giovanni Pico della Mirandola und die frühneuzeitliche Diskussion um die Würde des Menschen

Julian Joachim, M.A., Mainz

Quellenlektüre in Gruppen    

PD Dr. Dr. Stefan Seit, Mainz
Julian Joachim, M. A., Mainz
Pau Ruiz Bernat, M. A., Mainz

11.00 Uhr    
Kaffee- und Teepause

11.30 Uhr     
„Ich hatte beschlossen, Plato als den der christlichen Wahrheit allerähnlichsten Philosophen darzustellen.“
Marsilio Ficino und die „Wiedergeburt“ der platonischen Philosophie aus dem Geist des Mittelalters

PD Dr. Dr. Stefan Seit, Mainz

Abschlussdiskussion    

13.00 Uhr     
Mittagessen

14.00 Uhr     
Ende der Veranstaltung

Änderungen im Programmverlauf und in der Organisation bleiben vorbehalten.