© Tony Wasserman, gemeinfrei
© Tony Wasserman, gemeinfrei

Mosaiken, Kirchen, Paläste

Das prachtvolle Ravenna

Der drohende Untergang des antiken weströmischen Reiches führte dazu, dass der kaiserliche Hof um 400 von Rom aus über Mailand in das von Sümpfen geschützte Ravenna zog. Dennoch hielt das Reich dem Andringen der Ostgoten nicht stand. Deren König Theoderich wählte um 500 die letzte Residenz der Kaiser zu seinem Sitz. Ravenna wurde durch ihn glanzvoll ausgebaut und erhielt bedeutende Kirchen. Die Gotenkriege Kaiser Justinians I. führten um 530 zum Untergang der Ostgoten und schließlich zum byzantinischen Exarchat von Ravenna, einer wesentlich von der christlichen Kunst des Ostens geprägten Stadt, die auf die Kultur der gesamten oberen Adria ausstrahlte. Die zwischen 450 und 550 in Ravenna entstandene Architektur, die Mosaiken und die Kleinkunst galten in den folgenden Jahrhunderten als vorbildlich für das christliche Kaisertum: Karl der Große ließ sich dadurch zu den Bauten seiner Aachener Pfalz anregen, Otto III. versuchte während seiner Regentschaft den alten Glanz Ravennas wiederherzustellen.

Leistungen

Der Preis für das Seminar beträgt 125,00 € und umfasst:

  • Tagungsbeitrag;
  • Abend- und Mittagessen als Buffet,
  • Mineralwasser im Tagungsraum;
  • Kaffee- und Teepausen;
  • Übernachtung und Frühstück.
Ablauf

Samstag, 20. Januar 2018

14.00 Uhr   
Ravennas Aufstieg zur Residenz
Augustus gründete den Hafen bei Ravenna als eine von drei wichtigen Flottenstützpunkten der Römer. Das Legionslager in der Poebene wurde in der Folge zur bedeutenden Stadt der Kaiserzeit mit prachtvollen Tempeln, Triumphtoren und Staatsbauten. Nach dem Untergang des spätrömischen Reiches übernahmen die Ostgoten unter König Theoderich die Residenzen der römischen Kaiser.

15.30 Uhr    
Kaffee- und Teepause

15.45 Uhr    
Die Kirchen der Römer und Goten
Mit dem Heiligen Apollinaris besaß Ravenna früh einen Bischof. In seinem Auftrag entstanden ab dem 4. Jahrhundert bedeutende Kirchenbauten und ein Baptisterium. Die Kaisertochter Galla Placidia stiftete im 5. Jahrhundert weitere Kirchen und Oratorien, darunter das berühmte „Mausoleum“ mit den ältesten Mosaiken der Stadt. Zusätzlich entstanden unter den Goten weitere Sakralbauten, da die Goten dem arianischen Glauben anhingen und die katholischen Kirchen nicht besuchten. Sie schufen daher eine eigene Bischofskirche, ein eigenes Baptisterium und als Höhepunkt die Palastkirche Theoderichs San Apollinare Nuovo mit ihren Mosaiken. Sie stammen aus der Zeit um 500 und zeigen u. a. Szenen aus den Evangelien und von einer Prozession von 22 jungfräulichen Märtyrinnen.

18.00 Uhr    
Abendessen

19.00 Uhr    
Die Kirchen der Griechen
Die Generäle Justinians I. eroberten für den oströmischen Kaiser Italien von den Goten zurück. Oströmische Bischöfe, an ihrer Spitze Maximian, wurden nun in Ravenna eingesetzt. Damit einher geht die Vollendung und Ausstattung der bedeutendsten Kirchen der Stadt: San Vitale im Palastbezirk und San Apollinare in Classe bei den Nekropolen vor der Stadt sind mit ihren Mosaiken Höhepunkte der europäischen Kunst.

21.15 Uhr    
Ende des Veranstaltungstages

Sonntag, 21. Januar 2018

Frühstück für Übernachtungsgäste
ab 7.00 Uhr

8.00 Uhr    
Gelegenheit zum Besuch der Eucharistiefeier in der Edith-Stein-Kapelle

9.30 Uhr    
Kaiserliche und christliche Bildwelten
Die Bildmosaiken in den Kirchen Ravennas bilden den künstlerischen Mittelpunkt dieser spätantiken Kaiserresidenz: eine Zusammenschau und Gegenüberstellung der zwischen 450 und 550 nach Chr. entstandenen Mosaiken zeigt hier wie nirgendwo sonst die Entwicklung des malerischen Stils von der Antike in das byzantinische Mittelalter.

11.00 Uhr    
Tee- und Kaffeepause

11.30 Uhr    
Glanzvoller Verfall
Neben der bedeutenden Architektur und den Bildmosaiken gilt es, die plastischen Meisterwerke nicht zu vergessen: kunstvoll verzierte Sarkophage und Elfenbeinschnitzereien, Reliefikonen und Skulpturen. Als Höhepunkt ist hier sicher der Thron des Bischofs Maximian zu nennen. Schließlich beginnt mit dem späten 6. Jahrhundert der langsame Abstieg der Macht Ravennas und der Aufstieg einer neuer Herrschaft im oberen Adriaraum. Die Region und die Stadt werden von den Langobarden und später den Karolingern beherrscht. Unter den Ottonen erhalten die Kirchen Ravennas ihre zum Teil wundervollen Kirchtürme.

13.00 Uhr    
Mittagessen

14.00 Uhr    
Ende des Seminars

Änderungen im Programmverlauf und in der Organisation bleiben vorbehalten.