© Irene Grassl, gemeinfrei
© Irene Grassl, gemeinfrei

Königliche Kathedralen und kaiserliche Burgen

Apulien – Schmelztiegel der Kulturen an der südlichen Adria

Die Hügellandschaften und Küstenebenen in Italiens Südosten, heute die Region Apulien, besiedelten in der Antike verschiedene Völker. Weil die Region von alters her Zentrum eines regen Handels über die Adria nach Griechenland war, übernahm sie von dort Einflüsse aus Kunst und Kultur. Diese Epoche ging mit der Ausdehnung des römischen Weltreiches zu Ende.

Im frühen Mittelalter war das Küstenland wieder im griechischen Einflussbereich, denn nun lagen hier wichtige Häfen des byzantinischen Kaiserreiches. Die eigentliche Blütezeit setzte aber mit dem Eindringen der Normannen im 11. Jahrhundert ein. Ihre Könige begannen mit dem Bau jener Kathedralen, die dann von den Staufern vollendet wurden. Herrliche romanische Architektur und Bauplastik entstand in Bari, Trani, Bitonto, Barletta und an anderen Orten. Die Krone dieser Kultur aber ist eine kaiserliche Burg: Castel del Monte, das ‚Jagdschloss‘ Friedrichs II. – ein ewiges Rätsel mittelalterlichen Bauens.

Spätere Herrscher – Franzosen, Spanier, Habsburger, schließlich Bourbonen – beuteten die Region eher aus, als dass sie sie verwalteten und neue Kunst entstehen ließen. Allein im äußersten Süden blühte spät durch Handelsgeschick eine Stadt auf: Lecce ist ein Traum in goldfarbener Barockarchitektur.

Leistungen

Der Preis für das Seminar beträgt 125,00 € und umfasst:

  • Tagungsbeitrag;
  • Abend- und Mittagessen als Buffet,
  • Mineralwasser im Tagungsraum;
  • Kaffee- und Teepausen;
  • Übernachtung und Frühstück.
Ablauf

Samstag, 9. Dezember 2017

14.00 Uhr    
Zeugnisse der Frühgeschichte und der Antike
Die Gestaltung der Landschaft
Zwischen dem Vorgebirge des Gargano im Norden und den Steilküsten bei Otranto im Süden liegen weite, teils fruchtbare und liebliche Täler und Hügel. Die Zeugnisse steinzeitlicher Bewohner lassen auf eine frühe Besiedlung schließen. Die antike Hafenstädte an der Küste und römische Strassen erschließen das weite Land. Die Totenstädte verweisen auf teils fremdartige, teils am nachbarlichen Griechenland orientierte Gebräuche.

15.30 Uhr  
Kaffee- und Teepause

15.45 Uhr    
Der Umbruch der Zeiten
Apulien zwischen Griechen und Römern
Mit dem Zerfall des römischen Weltreiches verliert auch diese Region an Bedeutung. Sie wird lediglich Außenposten des byzantinischen Kaiserreiches. Darauf weist noch heute die ostkirchliche Malerei hin, die Kapellen und Grotten schmückt. Die Reliquien des später heiliggesprochenen Nikolaus, der in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts in Myra in Kleinasien als Bischof wirkte, wurden durch seldschukische Truppen nach Bari in Apulien übertragen.

18.00 Uhr   
Abendessen

19.00 Uhr    
Glück in der Fremde
Die Herrschaft der Normannen
Als die Normannen ihr süditalienisches Königreich geformt hatten, begannen sie nicht allein auf Sizilien mit dem Bau herrlicher Kathedralen. Auch für Nikolaus von Bari entstand eine Grabeskirche, die zum Vorbild für alle Kirchen Apuliens wurde. Insbesondere in der Bauplastik nahmen die Künstler der Normannenzeit dabei viele Anregungen aus Byzanz und der islamischen Welt auf.

21.15 Uhr    
Ende des Veranstaltungstages

Sonntag, 10. Dezember 2017

Frühstück für Übernachtungsgäste ab 7.00 Uhr

8.00 Uhr    
Gelegenheit zum Besuch der Eucharistiefeier in der Edith-Stein-Kapelle

9.30 Uhr  
Schmelztiegel der Künste
Die Bautätigkeit der Staufer
Erben des kurzlebigen Normannenreiches wurden durch geschickte Heiratspolitik die Staufer. Vor allem Kaiser Friedrich II. liebte Apulien und vollendete viele der Kathedralen seiner Vorfahren. Daneben überzog er das Land mit einem wohlbedachten System aus Höhenburgen und Hafenkastellen. Einmalige Krone des Landes aber ist sein „Jagdschloss“ auf hohem Hügel: Castel del Monte. Kaum als Burg nutzbar, besitzt es eine unbeschreibliche Symbolkraft und Aura.

11.00 Uhr    
Tee- und Kaffeepause

11.30 Uhr    
Anjou, Aragonesen und die Habsburger
Die späteren Herren des Landes
Anjou und Aragonesen folgten auf die Staufer in Apulien. Sie versuchten das mittelalterliche Erbe des Kaiserreiches zu tilgen und gestalteten vor allem die Burgen um. Auch die Habsburger erweiterten vor allem die Häfen und beuteten das Land aus. Während unter den Bourbonen Neapel zur Residenz aufstieg, gelang es in Apulien nochmals der Region um Lecce, einen eigenen, höchst reizvollen Barockstil zu entwickeln.

13.00 Uhr    
Mittagessen

14.00 Uhr    
Ende des Seminars

Änderungen im Programmverlauf und in der Organisation bleiben vorbehalten.