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„Was Kinder betrifft, betrifft die Menschheit!“

Leben und Lernen in Montessori-Einrichtungen

Fortbildung für Inhaber des Montessori-Diploms aus den Bereichen Kinderhaus, Primarstufe und Sekundarstufe

Das Leben und Lernen von Kindern in Montessori-Einrichtungen ist eine Herausforderung für Pädagoginnen und Pädagogen. Immer wieder gilt es, die Arbeit mit neuen Materialien und Methoden zu verbessern. Welche Hilfen zur Sprachförderung und Vermittlung von mathematischem Verständnis gibt es? Welche Zugangswege zur Erschließung von Welt ermöglicht die Kosmische Erziehung? Wie wird die Rechtschreibfähigkeit durch Materialien und Übungen in der Freiarbeit grundgelegt? Die Ausbildung von Montessori-Pädagogen ist mit dem Montessori-Diplom nicht abgeschlossen. Verschiedene Themen können in der Diplomausbildung nur unzureichend angesprochen werden und bedürfen einer Erweiterung und Vertiefung. Auch 2019 können wir Ihnen dazu ein Wochenende mit sechs verschiedenen Seminaren anbieten. Jedes Seminar hat den zeitlichen Umfang von 12 Unterrichtsstunden.

Für die Teilnahme an einem der angebotenen Seminare erhalten Sie eine Bescheinigung, die zum Erwerb des Zertifikats Primarstufe oder des Zertifikats Elementarpädagogik notwendig ist. Diese Zertifikate sind ausschließlich für Montessori-Diplominhaber vorgesehen. Bei Vorlage von Bescheinigungen im Umfang von 48 Unterrichtsstunden erhalten Sie das entsprechende Zertifikat. Selbstverständlich sind auch Interessenten aus dem Sekundarstufenbereich angesprochen.

Im Namen der Thomas-Morus-Akademie Bensberg und der Deutschen Montessori-Vereinigung e. V.
laden wir Sie herzlich zur Fortbildungsveranstaltung für Inhaberinnen und Inhaber des Montessori-
Diploms aus den Bereichen Kinderhaus, Primarstufe und Sekundarstufe ein.

Leistungen

Der Preis für die Veranstaltung beträgt 218,00 € und umfasst:

  • Tagungsbeitrag,
  • Übernachtung und Verpflegung für die gesamte Tagung (lt. Programm),
  • Mineralwasser im Tagungsraum.

Anmeldung
Sie erhalten eine schriftliche Bestätigung Ihrer Anmeldung. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Hinweise zu den Seminaren (ggf. mitzubringende Materialien) erhalten Sie rechtzeitig vor der Tagung.

Vermerken Sie bitte bei der Anmeldung, an welchem Seminar Sie teilnehmen möchten. Die Angebote sind so gestaltet, dass Sie sich für ein Seminar anmelden und dieses das gesamte Wochenende durchgehend besuchen. Geben Sie bei der Anmeldung bitte einen Ersatzwunsch an.

Ablauf

Samstag, 9. März 2019

10.00 Uhr     
Begrüßung und Einführung in die Tagung

10.30 Uhr     
1. Seminareinheit    

Kaffee- und Teepause nach Vereinbarung in der Gruppe

13.00 Uhr    
Mittagessen

14.30 Uhr    
2. Seminareinheit

16.00 Uhr    
Kaffee- und Teepause

16.30 Uhr    
3. Seminareinheit

18.15 Uhr    
Abendessen

19.30 Uhr    
4. Seminareinheit

20.30 Uhr    
Gemeinsames Treffen und Singen

21.00 Uhr    
Ende des Veranstaltungstages

Sonntag, 10. März 2019

Frühstück für Übernachtungsgäste von 7.00 bis 9.00 Uhr

8.00 Uhr    
Gelegenheit zum Besuch der Eucharistiefeier in der Edith-Stein-Kapelle

9.30 Uhr    
5. Seminareinheit
    
Kaffee- und Teepause

12.45 Uhr    
Abschlussimpulse und gemeinsames Singen

13.00 Uhr    
Mittagessen

14.00 Uhr    
Ende der Tagung

Seminarangebote

1.    Konzentration, Kommunikation, Kreativität
Das Kind ist von Natur aus gut und gelangt durch Erziehung zur Freiheit
(Jean-Jacques Rousseau)
Elementarpädagogik bedeutet ganzheitliche Begleitung. Maria Montessori spricht vom inneren Bauplan des Kindes, der sich in einer Vorbereiteten Umgebung in Freiheit entfaltet. Zur Vorbereiteten Umgebung gehören der aufmerksame, beobachtende Pädagoge und das Material. In den Montessori Diplomlehrgängen bleibt oft zu wenig Zeit, die vielfältigen Möglichkeiten des Materials zu verinnerlichen, zu erkunden und auszuprobieren. Dafür wird in diesem Seminar ausreichend Zeit sein. Gleichzeitig wird ein Zugang über das handelnde Tun ermöglicht. Konzentration im Umgang mit den Sinnesmaterialien, den mathematischen Materialien oder beim Gehen auf der Linie. Kommunikation in der Freiarbeit, mit den Sprachmaterialien, mit Liedern und Fingerspielen und den Stilleübungen. Kreativität in allen Bereichen steht also im Vordergrund dieses Seminars, wie auch im Jubiläumsjahr „Bauhaus“ 1919 – 2019 eine Annäherung an Friederich Fröbel.

Zielgruppe: Kinderhaus und Kinderkrippe
Leitung: Maria Kley-Auerswald, Kürten
Kinderhausleiterin, Dozentin für Montessori-, Früh-, und Religionspädagogik, Godly Play-Erzählerin, Autorin

2.    Metallene Einsatzfiguren
Aufgeteilte Quadrate, Dreiecke und Kreise
Den Einstieg in die Arbeit mit diesem Material haben Teilnehmer der Montessori-Diplomkurse bereits im Lehrgang kennengelernt. Dort wurde das Material als Vorübung zum Schreiben benutzt. In diesem Seminar wird das Material nun aus dem Blickwinkel der
Mathematik (Geometrie) betrachtet und in vielfältigen, in sich selbst abgeschlossenen Lektionen vorgestellt. In diesen praktischen Übungen erhalten die Teilnehmer Anregungen für die tägliche Arbeit in ihrer Freiarbeitsgruppe. Dabei werden die Kinder durch ihr Handwerk eine solide Basis im Bereich der Geometrie entwickeln und darüber hinaus angeregt, überall Spuren der Geometrie zu entdecken. Im Seminar wird mit folgenden Materialien gearbeitet: metallene Einsatzfiguren, aufgeteilte Quadrate, aufgeteilte Dreiecke, aufgeteilte Kreise (Bruchrechenkreise).

Zielgruppe: Kinderhaus und Primarstufe
Leitung: Ursula Otto-Adolphs, Düsseldorf
Montessori-Grundschule Farnweg Düsseldorf

3.    Jungsteinzeit – vom Sammler und Jäger zum sesshaften Bauern
Geschichte erlebbar machen am Beispiel des Neolithikums
Ausgehend von der Erzählung von der Entwicklung des Menschen beschäftigt sich das Seminar schwerpunktmäßig mit den Umwälzungen in der Lebensweise der jungsteinzeitlichen Menschen. Wie kann man Kindern die Veränderungen und die ungeheure Kreativität, mit der sich die Menschen an die neuen Lebensbedingungen anpassten, nahe bringen? Die Vorstellungskraft kann durch Erzählungen mit entsprechenden Requisiten und unterschiedlichsten Materialien gestärkt werden. Viele Beispiele der praktischen Erprobung alter Techniken zeigen Möglichkeiten auf, die Geschichte der jungsteinzeitlichen Menschen erlebbar zu machen. Die Entwicklung von Zahlen und Schrift sowie die Entstehung erster Hochkulturen sind weitere Themen des Seminars. Ganz im Sinne Maria Montessoris können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf diese Weise, zusammen mit den Kindern, die Leistungen all der unbekannten und namenlosen Menschen würdigen, die durch ihre Ideen die Grundlagen unserer heutigen Welt schufen.

Zielgruppe: Primarstufe und Sekundarstufe 1
Leitung:
Ursula Müller-Riekert, Tübingen
Dozentin für Kosmische Erziehung, Lehrerin i. R.

4.    Die Entwicklung des Lebens in der Kosmischen Erziehung
Naturgeschichte: Zeitleiste des Lebens, das Schwarze Band und Uhr der Zeitalter
Die Naturgeschichte umfasst die Geschichte der Erde und die Entwicklung von Tieren und Pflanzen bis zum Menschen. „Die Zeitleiste des Lebens“ ist ein Material für die gesamte Schulzeit der 6- bis 12-Jährigen. Den jüngeren Schülerinnen und Schülern wird mit dem Erzähltext und den Zeitleisten zunächst ein Gesamteindruck von der Entwicklung der Tiere und Pflanzen auf der Erde vermittelt. Später erarbeiten die älteren Schüler alle Erdzeitalter auf der Zeitleiste vernetzt mit der Plattentektonik, der Gebirgsbildung, dem Klima, den Bodenschätzen und der Evolution der Lebewesen. In diesem Seminar werden hierzu vielfältige Vorschläge und Materialien eingebracht. Mit dem „Schwarzen Band“ und der „Uhr der Zeitalter“ wird das Grundwissen über 4,6 Mrd. Jahre Erdgeschichte vermittelt. Zur Herstellung einer eigenen „Zeitleiste des Lebens“ im Seminar gibt es für die Teilnehmer anregende Materialien.

Zielgruppe: Kinderhaus, Primar- und Sekundarstufe
Leitung: Friederike Schaub, Göttingen
Dozentin für Kosmische Erziehung, Lehrerin an der Albani-Grundschule Göttingen
Prof. Dr. Horst Schaub, Göttingen
Dozent für Theorie und Kosmische Erziehung

5.    Leseübungen
Von der Lesedose bis zu Büchern
Bei den Kindern muss es „klick“ machen, um die Technik des Lesens zu begreifen. Wenn das geschehen ist, muss die Vorbereitete Umgebung eine Vielfalt an Übungsmöglichkeiten bieten, die von den Lesedosen bis zu umfassenden Texten in Büchern reicht. Diese Vielfalt wollen wir unter verschiedenen Gesichtspunkten an vielen Beispielen betrachten: dem Schwierigkeitsgrad, der Schreibschrift oder Druckschrift, der geschlechtsspezifischen Differenzierung und der Verbindung zum Schreiben. Weitere Themen können durch die Teilnehmenden eingebracht werden. Um die Arbeit zu bereichern, sind die Teilnehmenden eingeladen, eigene Übungen, Texte und Bücher mitzubringen.

Zielgruppe: Primarstufe
Leitung: Johannes Elsner, Köln
Montessori Schule Gilbachstraße Köln

6.    Das Alter(n) verstehen lernen
Verantwortung übernehmen, Grenzen erkennen, Beziehungen gestalten
Menschen nehmen das eigene und das fremde Alter(n) sehr individuell wahr. Manche erleben es eher schleichend und sanft – andere wiederum erfahren es über plötzlich eintretende Ereignisse, die oftmals ein schnelles Handeln und Intervenieren notwendig machen. Damit verbunden ist, dass sich alternde Menschen selbst und auch ihre An- und Zugehörigen auf neue Situationen einstellen und sich an diese anpassen (lernen) müssen. Wie geht man mit diesen Veränderungen um? Auf welche Empfindlichkeiten und Grenzen trifft man dabei? Und wie kann beispielsweise auf eine zunehmende Hilfe- und Pflegebedürftigkeit von alternden Angehörigen reagiert werden – ohne sich selbst und die eigenen Interessen zu „vergessen“? Wie viel Verantwortung ist „genug“? Was kann getan werden, damit man so lange wie möglich selbstbestimmt und würdevoll zu Hause leben kann? In diesem Seminar wird anhand von ausgewählten Übungen, Situationen und Fallbeispielen gezeigt, wie das Altern „gelernt“ und wie eine Vorbereitung darauf aussehen kann. Die Montessoripädagogik bietet hierzu eine hilfreiche Grundlage und ganz(heitlich) neue Perspektiven auf das Alter(n). Die Teilnehmenden haben Gelegenheit, auch persönliche Themen einzubringen. Stichworte für das Seminar sind: Alter(n) – Veränderungen – Grenzen und Hilfen – würdevoll Leben im Alter – Pflege von An- und Zugehörigen – das Prinzip Verantwortung - Montessoripädagogik in gerontologischen Kontexten

Zielgruppe: alle Interessierten, die sich dem Thema Alter(n) nähern wollen
Leitung: Dr. Jutta Hollander, Holthausen
Lebenswelten im Alter; Stiftung Montessori-Reformpädagogik-Wissenschaft, Gerontologin und Autismustherapeutin, Montessorigeragogin

Änderungen im Programmverlauf und in der Organisation bleiben vorbehalten.