© pixabay, R. Cheaib, gemeinfrei
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Guardini, de Lubac, Rahner …

Einflussreiche Theologen des 20. Jahrhunderts

Die Theologie erlebte zu Beginn des 20. Jahrhunderts neue Aufbrüche. Die engen Vorgaben der kirchlichen Lehre wurden ausgelotet, neue Methoden etabliert und die Bibel als Quelle des Glaubens explizit erschlossen. Die Lebenswirklichkeit der Menschen im Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert rückten in den Blick, die persönliche Religiosität spielte eine wichtige Rolle für die Anteilnahme an der Liturgie und die Verbindung zwischen weltlicher Diesseitigkeit und himmlischer Jenseitigkeit wurde heftig diskutiert. Über diese intensive Vergewisserung des Glaubens und der Kirche bahnte sich langfristig ein neues Glaubens- und Kirchenverständnis an.

Von zentraler Bedeutung für diese langfristigen Prozesse, die später auch das Zweite Vatikanische Konzil prägen sollten, waren Theologen des deutschen und französischen Sprachraums wie Romano Guardini, Karl Rahner und auch Vertreter der Nouvelle Théologie, wie Henri de Lubac. Sie ebneten die Wege etwa für die Liturgiereform oder auch für den „Dialog“ von Kirche und Welt.

Diese Theologen brachen aus starren Mustern der Neuscholastik aus. Sie entwickelten dieses Denken im Verhältnis zur Philosophie und durch eine Neuinterpretation von Thomas von Aquin weiter. Sie öffneten sich den geistigen und kulturellen Strömungen ihrer Zeit und prägten so die Zukunft moderner Theologie.

Welche Wege wollten sie für ihre Kirche gehen und wie verstanden sie den Glauben? Wie vollzog sich der deutsch-französische Geistesaustausch? Was war das Neue und wie spiegelt sich ihr Denken in heutigen theologischen Debatten wider?

Leistungen

Der Preis für das Seminar beträgt 120,00 € und umfasst:

  • Tagungsbeitrag;
  • Abend- und Mittagessen als Buffet,
  • Mineralwasser im Tagungsraum;
  • Kaffee- und Teepausen;
  • Übernachtung und Frühstück.
Ablauf

Samstag, 13. Januar 2018

14.00 Uhr  
Begrüßung und Einführung

Theologie im Schatten der Neuscholastik
Kirche und Katholiken im Umbruch zu einer modernen Zeit
Die Häufigkeit von Visionen und Erscheinungen im ausgehenden 19. Jahrhundert bringt zweierlei zum Ausdruck: zum einen die nahe Vertrautheit der Katholiken mit der geglaubten Welt Gottes und der Heiligen, zum anderen die Unvermittelbarkeit der normalen Welt des Arbeitens und Lebens mit der Welt des Heiligen. Die Trennung zwischen Kirche und Leben spiegelt die Trennung von Gott und Welt – hier das Profane, jenseits das Erhabene und Heilige, von dem nur paranaturale Zeugnisse Kenntnis geben.

15.30 Uhr     
Kaffee- und Teepause

15.45 Uhr     
Nichts weniger als ein universalistischer Ansatz
Romano Guardinis Interpretation der Welt
Diese Trennung der religiösen und der weltlichen Wirklichkeit wird im 20. Jahrhundert an verschiedenen Stellen aufgebrochen: Romano Guardini prägt vor allem über den Gedanken der Liturgie eine Durchdringung der alltäglichen Erfahrungswelt durch das Heilige.

18.00 Uhr    
Abendessen

19.00 Uhr    
Neue Wege der Wahrheitssuche
Henri de Lubac, Yves Congar und die Nouvelle Théologie
Henri de Lubac durchbricht die zementierte Trennung der Wirklichkeit Gottes auf der einen und der Welt auf der anderen Seite. Er entwirft im Gegensatz zur Neuscholastik ein gewandeltes Gottesverständnis: Gott durchdringt als der Heilige diese Welt immer schon. Die Menschen sind demgegenüber ausgerichtet auf Gott, der als Erfüllung ihrer tiefsten menschlichen Sehnsucht begriffen werden kann. Dem Menschen spricht de Lubac dem Wesen nach eine „Übernatur“ zu.  

21.15 Uhr  
Ende des Veranstaltungstages

Sonntag, 14. Januar 2018

Frühstück für Übernachtungsgäste
ab 7.00 Uhr

8.00 Uhr    
Gelegenheit zur Mitfeier der Eucharistie in der Edith-Stein-Kapelle

9.30 Uhr     
Synthese mit der Moderne? Deutsch-französischer Geistesaustausch
Karl Rahner und deutschsprachige Neuansätze der Theologie
Karl Rahner geht der Frage nach, ob die Neuscholastik nicht doch eine bleibende Wahrheit und Bedeutung hat? Bei seinem Vermittlungsversuch wird explizit dem Wesen des Menschen und desjenigen Gottes nachgegangen. Wie wirkt das Göttliche in dieser Welt? Wie antwortet der Mensch auf das göttliche Wirken? Wie lässt sich diese Beziehung denken, wenn einerseits der neuscholastische Spiritismus mit seiner Wunder- und Visionengläubigkeit vermieden werden soll und andererseits die „Übernatur“ Gottes sich radikal vom Menschen unterscheiden soll? Hier sieht Rahner die Notwendigkeit, Gnade und Vollendung als Freiheitsgeschehen zwischen Gott und Mensch zu konzipieren und bahnt damit eine Spur, die das Zweite Vatikanum aufnimmt.

11.00 Uhr    
Kaffee- und Teepause

11.30 Uhr    
Aufbrüche in eine neue Epoche
Weichenstellungen und Reformen der Kirche des 2. Vatikanischen Konzils
Rahners Synthese markiert dabei bleibende Bruchkanten, die die Theologie nicht wegretuschieren kann und darf, wenn sie Hilfe und Begleiterin sein will auf den Wegen der Entwicklung, auf denen Gott unverfügbar im menschlichen Leben sich zum Heil jedes Menschen anbietet.

13.00 Uhr  
Mittagessen

14.00 Uhr     
Ende der Veranstaltung

Änderungen im Programmverlauf und in der Organisation bleiben vorbehalten.