© unsplash.com, gemeinfrei
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Gott als Hoffnung der Vernunft?

Immanuel Kants Religionsphilosophie

Immanuel Kant (1724-1804) zählt zu den bedeutendsten Vertretern der abendländischen Philosophie und hat insbesondere zur Erkenntnistheorie, zur Ethik und zur Ästhetik Bahnbrechendes beigetragen. Was kann ich wissen – Was soll ich tun – Was darf ich hoffen? – das sind in seinen Hauptschriften die leitenden Fragen, die auch die kopernikanische Wende, die Kants Denken für die Philosophie bedeutet, ausdrücken: In ihr Zentrum rückt allein der Mensch, der mit seinen Verstandesmitteln und vor allem seiner Vernunft die ihn umgebende Welt erkennen, einordnen und nach ihrer Maßgabe gestalten soll.

Für viele seiner Zeitgenossen und noch lange darüber hinaus war Kants Philosophie in ihren möglichen  Auswirkungen auf Religion und Glaube deshalb aber auch verdächtig. In der Kritik der reinen Vernunft stellt der Königsberger immerhin heraus, dass es keine Möglichkeit gibt, über die Metaphysik oder gar Gott verbindliche Aussagen zu treffen. Sie liegen außerhalb des menschlichen Erfahrungsraums und sind: Spekulation. Schnell wird ihm deshalb eine „Herabwürdigung mancher Haupt- und Grundlehren der heiligen Schriften des Christentums“ vorgeworfen, Kant muss sich schließlich gänzlich religiöser Schriften enthalten, obwohl Gott als regulatives Prinzip in seinen ethischen Schriften durchaus eine relevante Rolle spielt.

Gerade weil Kant am Ausgangspunkt der modernen Philosophie steht, ist ein intensiver Blick auf seine Religionsphilosophie fruchtbar, um die weiteren Entwicklungen im Verhältnis von Philosophie, Theologie und Glaube verstehen und einordnen zu können.

Leistungen

Der Preis für das Philosophisches Seminar beträgt 120,00 € und umfasst:

  • Tagungsbeitrag;
  • Abend- und Mittagessen als Buffet,
  • Mineralwasser im Tagungsraum;
  • Kaffee- und Teepausen;
  • Übernachtung und Frühstück.

Das Kardinal-Schulte-Haus
Die Veranstaltung findet statt im Kardinal-Schulte-Haus, Sitz der Thomas-Morus-Akademie Bensberg und modernes Konferenzhotel des Erzbistums Köln, ruhig gelegen in einer 80.000 Quadratmeter großen Parkanlage, auf einer kleinen Anhöhe in Bensberg (20 km östlich von Köln). Bei klarem Wetter beeindruckt der Panoramablick vom „Bergischen Balkon“ über die Kölner Bucht. Das Haus verfügt über insgesamt 44 Einzelzimmer sowie 106 Doppel- und Zweibettzimmer, jeweils ausgestattet mit TV und Radio, Safe, kostenfreiem WLAN und Bad mit Dusche/WC und Fön. (www.k-s-h.de)

Ablauf

Samstag, 5. Mai 2018

14.00 Uhr    
Begrüßung und Einführung

„Was kann ich wissen?“
Kant als Kritiker der traditionellen Gottesbeweise

In seiner Kritik der reinen Vernunft beschäftigt sich Kant detailliert mit den traditionellen Argumenten für die Existenz Gottes, besonders dem ontologischen, dem kosmologischen und dem teleologischen Argument. Er konfrontiert alle diese Überlegungen mit subtilen Einwänden und lehnt sie als illegitime Grenzüberschreitungen unseres Erfahrungsbereichs ab.

15.30 Uhr     
Kaffee- und Teepause

15.45 Uhr    
„Was soll ich tun?“
Kant und das moralische Argument für die Existenz Gottes

Besonders in der Kritik der praktischen Vernunft begegnet uns ein moralisches Argument für die Existenz Gottes. Demnach muss Gott existieren, weil er die notwendige Sinnbedingung für die Geltung der Moral und die Erfüllbarkeit ihrer Forderungen ist. Das Argument hat Stärken und Schwächen, die man genau gegeneinander abwägen muss.

18.00 Uhr  
Abendessen

19.00 Uhr    
„Was darf ich hoffen?“
Glaubt Kant an einen realen Gott?
Oder vertritt er einen Antirealismus?

Aus Kants Schriften ergeben sich sowohl Belege für einen moral- und vernunftbasierten Glauben an Gott als auch für einen Agnostizismus oder Atheismus. Könnte es sein, dass Kant eine Art Projektionstheorie vertritt, der zufolge wir uns einen Gott denken müssen, ohne dass dieser tatsächlich existiert?

21.15 Uhr    
Ende des Veranstaltungstages

Sonntag, 6. Mai 2018

Frühstück für Übernachtungsgäste ab 7.00 Uhr

 8.00 Uhr    
Gelegenheit zur Mitfeier der Eucharistie in der Edith-Stein-Kapelle    

 9.30 Uhr   
„Über das radikale Böse in der menschlichen Natur“
Kants Religionsschrift

In seiner Religionsschrift scheint Kant ein überraschendes Zugeständnis an die christliche Dogmatik zu machen: Der Mensch ist ihm zufolge ‚radikal böse’. Diese Lehre vom peccatum originarium weist Ähnlichkeiten, aber auch Unterschiede zur christlichen Lehre vom peccatum originale auf, die es herauszuarbeiten gilt.

11.00 Uhr    
Kaffee- und Teepause

11.30 Uhr   
„Das Pfaffentum ist also die Verfassung einer Kirche“
Kant und die Kritik der religiösen Praxis

Kant ist der Auffassung, dass religiöse Regeln und geoffenbarte Gebote nur soweit philosophisch akzeptabel sind, wie sie sich mit den Forderungen der Vernunft und der Moralität zur Deckung bringen lassen. Dagegen weist er alles zurück, was keine solche rationale Rekonstruktion gestattet, was er als bloßen Aberglauben, Ritualismus und Autoritarismus charakterisiert. Wie stellen wir uns heute zu dieser Position – zumal mit Blick auf die Diskussion über Religion im öffentlichen Raum, wie sie von Habermaus, Rawls und ihren Schülern geführt wird?

13.00 Uhr     
Mittagessen

14.00 Uhr     
Ende der Veranstaltung

Änderungen im Programmverlauf und in der Organisation bleiben vorbehalten.