© pixabay, E. Neuhaus, gemeinfrei
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Glauben ohne Wahrheit?

Die Theologie und der Relativismus

Der Relativismus, so war bei Kardinal Joseph Ratzinger zu lesen, sei „zum zentralen Problem für den Glauben in unserer Stunde geworden“. Freilich ist der Wahrheitsanspruch, unter dem die Kirche Jesu Christi ihren Glauben formuliert, in der Gegenwart stark angegriffen. Denn im Blick auf das Konzert der Meinungen, die vielfältigen religiösen Überzeugungen und überhaupt im Angesicht des Pluralismus ist es für viele Christen schwer geworden, den eigenen Glaubensstandpunkt als den einzig wahren verteidigen zu können. Mit dem Relativismus hat sich außerdem eine philosophische Position entwickelt, die normativ-ewige Wahrheitsansprüche aus menschlicher Sicht als unmöglich entlarvt. Stimmt die Ahnung Ratzingers also tatsächlich? Oder kann man sie auch anders deuten, ohne gleich – wieder eine Warnung Ratzingers – einer „Diktatur des Relativismus“ zu verfallen?

Die Tagung geht den erkenntnistheoretischen, theologischen und sozialen Dimensionen des Relativismus nach. Sie versucht, diesem vermeintlichen „Schreckgespenst“ klarere Konturen zu geben und seine Auswirkungen für das Denken der Gegenwart und die Kirche aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten.

Leistungen

Der Preis für die Akademietagung beträgt 130,00 € und umfasst:

  • Tagungsbeitrag,
  • Mittag- und Abendessen als Buffet,
  • Mineralwasser im Tagungsraum,
  • Kaffee- und Teepausen,
  • Übernachtung im Einzelzimmer mit Dusche/WC und Frühstück.

Fachtagung in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Dogmatik der Universität Münster

Ablauf

Samstag, 20. Januar 2018

14.00 Uhr     
Begrüßung und Einführung
Ein Gespenst geht um in der Theologie…
Welche Fragen ergeben sich im Verhältnis von Theologie und Relativismus?
Prof. Dr. Michael Seewald,
Seminar für Dogmatik und Dogmengeschichte, Westfälische Wilhelms-Universität Münster

14.15 Uhr    
Was bedeutet „Relativismus“?
Ansätze, Argumente und Probleme
Prof. Dr. Dr. Bernd Irlenborn,
Lehrstuhl für Philosophiegeschichte und Theologische Propädeutik, Theologische Fakultät Paderborn

15.30 Uhr  
Unfehlbar – oder:
Auf welche Wahrheiten ist unbedingt Verlass?
Prof. Dr. Hans-Joachim Höhn
Lehrstuhl für Systematische Theologie und Religionsphilosophie, Universität zu Köln

16.30 Uhr     
Kaffee- und Teepause

16.45 Uhr     
Keine Fakten, nur Interpretationen
Ist theologische Hermeneutik relativistisch?
Prof. Dr. Jürgen Werbick,
Seminar für Fundamentaltheologie, Westfälische Wilhelms-Universität Münster

18.00 Uhr    
Abendessen

19.00 Uhr     
Wird das Christentum von einer „Diktatur des Relativismus“ bedroht?
Podiumsgespräch mit

  • Prof. Dr. Dr. Bernd Irlenborn, Paderborn
  • Prof. Dr. Hans-Joachim Höhn, Köln
  • Prof. Dr. Jürgen Werbick, Münster
  • Prof. Dr. Michael Schüßler, Tübingen

    Moderation

  • Prof. Dr. Michael Seewald, Münster
  • Dr. Michael Hartlieb, Bensberg

21.15 Uhr    
Ende des Veranstaltungstages

Sonntag, 21. Januar 2018

Frühstück für Übernachtungsgäste ab 7.00 Uhr
 
 8.00 Uhr    
Gelegenheit zur Mitfeier der Eucharistie in der Edith-Stein-Kapelle

 9.30 Uhr     
Religiöser Pluralismus und theologischer Relativismus
Eine wichtige Unterscheidung
Prof. Dr. Michael Seewald, Münster

10.30 Uhr     
Verflüssigung der Zeit – Verflüssigung der Wahrheit?
Praktisch-theologische Perspektiven
Prof. Dr. Michael Schüßler,
Lehrstuhl für Praktische Theologie, Eberhard Karls Universität Tübingen

11.30 Uhr    
Kaffee- und Teepause

11.45 Uhr   
Relativismus der Werte
Herausforderung oder Chance für die christliche Ethik?
Prof. Dr. Christoph Hübenthal,
Systematische Theologie, Radboud-Universität Nijmegen, Niederlande

13.00 Uhr     
Mittagessen

14.00 Uhr     
Ende der Akademietagung

Änderungen im Programmverlauf und in der Organisation bleiben vorbehalten.