Flanderns Städte. Flanderns Schätze.

Brügge und Gent, Oudenaarde und Kortrijk

Wer heute Brügge und Gent besucht, trifft auf vergleichsweise kleine Städte mit interessantem Flair und einem großen Reichtum an Kunstwerken unterschiedlicher Epochen. So gleichen Museen wie das Groeningemuseum in Brügge oder das Museum der Schönen Künste, die Sint-Niklaaskerk sowie die Kirche Sint-Baafs in Gent wahren Schatztruhen. Wird nach den Gründen des einstigen Reichtums Flanderns gefragt, so bieten auch weniger bekannte Kleinstädte wie Kortrijk oder Oudenaarde wichtige Hinweise. Denn im Spätmittelalter waren alle diese Städte europaweit agierende Handelsmetropolen. Hier traten Produzenten und Großhändler kostbarer Stoffe als Mäzene auf, taten es damit den fürstlichen Landesherren gleich und schufen so eine für die Künste unvergleichlich fruchtbare Atmosphäre städtischen Selbstbewusstseins. Bis heute spiegeln sich daher Wohlstand und Dynamik jener Zeit auch in der Architektur der Rathäuser und Tuchhallen, der Bürgerhäuser, der Beginenhöfe und natürlich der Sakralarchitektur wider.
Ein besonderes Augenmerk liegt bei diesem Besuch Flanderns auch auf dem Werk und dem Einfluss des altniederländischen Meisters Jan van Eyck. Ihm widmet das Museum der Schönen Künste in Gent eine große Ausstellung, in der seine revolutionäre Sicht und Technik auch im Vergleich mit Werken seiner Zeitgenossen aus Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien deutlich werden.

Freitag, 21. Februar 2020
Busreise von Bensberg (7.30 Uhr) und Köln (8.15 Uhr) nach Brügge.
Brügge und die altniederländische Malerei
Ankommen und „Eintauchen“: in eine märchenhaft wirkende Stadtkulisse mit Grachten, Rathaus und Belfried und bei einem Besuch des Groeningemuseums. Hier wird eine herausragende Sammlung mit Werken altniederländischer Malerei mit Werken von Robert Campin, Rogier van der Weyden, von Petrus Christus, Hans Memling, Hugo van der Goes und natürlich von Jan van Eyck gezeigt. Seine „Madonna des Kanonikus Joris van der Paele“ (1436) ist ein einzigartiges Beispiel der Erzählfreude und der Technik des Meisters.

Samstag, 22. Februar 2020
Kortrijk und Oudenaarde – Teppichwirker und Beginen
Wenn auch weniger besucht, weisen die Kleinstädte Kortrijk und Oudenaarde interessante Verbindungen mit ihren „großen Schwestern“ auf: Der Grote Markt von Kortrijk mit Belfried und frühneuzeitlichem Rathaus bildet das eindrucksvolle Zentrum, der hiesige Beginenhof gehört zum UNESCO-Welterbe und ist sicher einer der schönsten Belgiens. In der Liebfrauenkirche befindet sich in der Grafenkapelle, die nach dem Vorbild der Pariser Sainte-Chapelle erbaut wurde, die Alabaster-Statue der Heiligen Katharina. Sie schuf der Bildhauer, Buchmaler und Baumeister André Beauneveu im 14. Jahrhundert. Einer Liebschaft Karls V., so die Überlieferung, verdankt Oudenaarde die besondere Förderung des Textilgewerbes. Einst machten so grüne Wandteppiche die Stadt berühmt, wie das MOU-Museum eindrucksvoll in einem Trakt des prachtvollen spätgotischen Rathauses zeigt.

Sonntag, 23. Februar 2020
Gelegenheit zum Besuch eines katholischen Gottesdienstes in Gent.
Gent – und Jan van Eyck
Der Rundgang durch die malerische Stadt führt zum Rathaus, in dessen Nähe sich nicht nur die Tuchhalle befindet, sondern auch – mit der Sint-Niklaaskerk und der Sint-Baafs-Kathedrale – das sakrale Zentrum der Stadt. Die gotische Kathedrale birgt bedeutende Kunstwerke wie den „Altar der Anbetung des Lammes“ der Brüder van Eyck. Dieses herausragende Tafelbild, das lange restauriert wurde, gehört zu den wegweisenden Werken der altniederländischen Kunst und wurde seit seiner Aufstellung Opfer von 13 Verbrechen und sieben Diebstählen. Auch die Sint-Niklaaskerk mit den typischen Merkmalen der Scheldegotik verdankt ihre prachtvolle Choranlage aus dem 15. Jahrhundert dem Reichtum der Bürger von Gent. Eine einmalige Gelegenheit, mehr als die Hälfte der weltweit erhaltenen Werke Jan van Eycks an einem Ort zu sehen, bietet die Ausstellung „Jan van Eyck. Eine optische Revolution“ im Museum der Schönen Künste. Besonders deutlich wird hier, wie präzise van Eyck Wirklichkeit wahrnahm, um sie eindrucksvoll auf die Leinwand zu bannen, sodass er zu Recht als „Meister des akribischen Realismus“ gilt.

Montag, 24. Februar 2020
Brügge – Bürgerstolz und Mäzenatentum
Der Tag ist weiteren Erkundungen in der Grachtenstadt gewidmet: Die gotische Liebfrauenkirche war und ist die wichtigste Pfarrkirche der Bürgerschaft. Neben der Grablege von Herzog Karl dem Kühnen und seiner Tochter Maria von Burgund birgt die Kirche Michelangelos Frühwerk „Muttergottes mit Kind“ von 1503. Auch lohnen Besuche der Heilig-Blut-Basilika, wo die kostbare Reliquie des heiligen Blutes verehrt wird. Mit dem Schöffensaal strahlt das Stadthuis Macht und Selbstbewusstsein der Kommune aus, die im Spätmittelalter zu den reichsten Handelsstädten der Grafschaft Flandern zählte und mit den Medici und der Hanse vernetzt war. Dieser Reichtum brachte ein unverwechselbares Stadtbild hervor, das nahezu komplett erhalten blieb und sich besonders schön bei einer Grachtenfahrt zeigt (wetterabhängig). Anschließend bleibt Zeit für eigene Erkundungen.

Dienstag, 25. Februar 2020
Brügge – Beginenhof und Sint-Janshospitaal
Da der Beginenhof in Brügge wohl zu den stimmungsvollsten in Flandern zählt, gilt ihm heute ebenso das Interesse wie dem mittelalterlichen Sint-Janshospitaal. Die mächtigen Räume, in denen bis in die Neuzeit Kranke gepflegt wurden, sind heute würdiger Rahmen für Werke Hans Memlings wie den „Johannesaltar“ von 1474 oder den „Ursulaschrein“ von 1489.

Am frühen Nachmittag beginnt die Rückreise nach Köln (Ankunft ca. 19.00 Uhr) und Bensberg (Ankunft ca. 19.45 Uhr).

Änderungen im Programmverlauf und in der Organisation bleiben vorbehalten.

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