© Caronna (CC BYSA 4.0)
© Caronna (CC BYSA 4.0)

Erinnerungslandschaft Hürtgenwald

Ein zeitgemäßer Umgang des Gedenkens

In der amerikanischen Militärgeschichte gilt die sogenannte „Schlacht im Hürtgenwald“ bis heute als nationales Trauma und eine der verlustreichsten Kampfhandlungen der Alliierten im Zweiten Weltkrieg. Sie forderte tausende Menschenleben und selbst nach Kriegsende starben zahlreiche Zivilisten durch Blindgänger. Wie wurde die ländliche Bevölkerung vor Ort in der NS-Zeit auf den Krieg „vorbereitet“, wie fand der Wiederaufbau statt? Was ist heute noch in der Landschaft von diesen Kämpfen zu sehen? Da die Region, etwa durch das dominante Auftreten des Veteranenverbandes „Windhunde“ oder die Fokussierung rein auf das militärische Geschehen, zunehmend in die Kritik geraten ist, stellt sich zudem die Frage: Welche Probleme wirft die Erinnerungskultur auf und welche Perspektiven für zeitgemäße Formen des Erinnerns und Gedenkens wurden im Rahmen des „Moratoriums Hürtgenwald“ entwickelt?

Leistungen

Der Preis für die Erkundung beträgt 125,00 € und umfasst:

  • Busreise ab Bensberg und Köln sowie zurück;
  • Zwei-Gänge-Mittagessen im Hotel-Restaurant Talschenke in Simonskall;
  • Führung durch den Sanitäts­bunker Simonskall;
  • Führungen und Eintritte.

Hinweis
Wanderung von ca. 2 km entlang der ehemaligen Panzersperren („Höckerlinie“), die heute von der Natur zurückerobert sind und Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten bieten.

Ablauf

Samstag, 19. Oktober 2019
Busreise ab Bensberg (8.00 Uhr) und Köln (8.45 Uhr) nach Hürtgenwald.

Jüdischer Friedhof in Gey
Im Raum Düren gab es bis in die 1930er-Jahre in zahlreichen Orten jüdische Bevölkerung, der Heinrich Böll in „Die Juden von Drove“ ein Denkmal gesetzt hat. In Gey befand sich außer dem Friedhof auch eine Synagoge. Mit der erzwungenen Auswanderung und der Verschleppung der Menschen in die Vernichtungslager endete die jüdische Kultur vor Ort.

Kriegsgräberstätten in Simmerath und Hürtgenwald
Bei Rurberg sind sowjetische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter begraben, die unter teilweise unmenschlichen Bedingungen in der Eifel im Arbeitseinsatz waren. In Vossenack befinden sich Gräber deutscher und unbekannter Soldaten. Der Umgang mit Soldatenfriedhöfen wird heute neu überdacht, da sie immer wieder Treffpunkt rechter Gruppierungen sind.

Sanitätsbunker Simonskall
Der baulich komplett erhaltene Bunker wurde vom Geschichtsverein Hürtgenwald restauriert und ausgestattet und gibt einen Eindruck vom Leben und der Krankenversorgung während der Kampfhandlungen.  

Panzersperren des Westwalls
Der seit 1938 gebaute Westwall ist heute nur noch in Teilen sichtbar. Die Bunkeranlagen wurden nach dem Krieg gesprengt und z. T. mit Erde bedeckt. Die eigentlichen Panzersperren entwickelten sich – wo sie nicht Baumaßnahmen weichen mussten – zu grünen Refugien.

Rückreise nach Köln (ca. 17.00 Uhr) und Bensberg (ca. 17.45 Uhr).

Änderungen im Programmverlauf und in der Organisation bleiben vorbehalten.