Goethe

Die Entdeckung der Gefühle

Goethes Jahrhundertroman „Die Leiden des jungen Werthers“

Die große Ausstellung „Goethe – Verwandlung der Welt“, die von Mai bis September 2019 in der Bonner Bundeskunsthalle zu sehen sein wird, widmet sich in einem eigenen Kapitel dem Briefroman „Die Leiden des jungen Werthers“. Goethes Buch, das wie kein zweites literarisches Werk im späten 18. Jahrhundert die Öffentlichkeit polarisierte, zählt bis heute zu den prominentesten Liebesromanen der Weltliteratur. Es inspirierte nicht nur literarische, bildkünstlerische und musikalische Neuschöpfungen, sondern regte auch eine Vielzahl filmischer Adaptionen an. Mit zahlreichen Originaldokumenten zur Entstehung des Romans, zu seinen historischen Kontexten und zu seiner ungebrochenen Aktualität bietet die Ausstellung einzigartige Ansätze für eine neue Beschäftigung mit dem ersten internationalen Bestseller der deutschen Literatur.

Leistungen

Leistungen

Der Preis für die Teilnahme an der Goethe Akademie beträgt 767,00 € pro Person im Doppelzimmer und umfasst:

  • 3 Übernachtungen im Doppelzimmer mit Bad der Kategorie Superior im Hotel Maritim Bonn****;
  • Frühstücksbuffet im Hotelrestaurant;
  • Nachmittagskaffee am 27., 28. und 29.6.2019;
  • Mittagsimbiss am 30.6.2019;
  • Drei-Gänge-Abendmenü am 27.6.2019 und Vier-Gänge-Abendmenü am 29.6.2019 im Hotelrestaurant;
  • Drei-Gänge-„Goethe-Menü“ am 28.6.2019 im Restaurant „Speisesaal“ der Bundeskunsthalle (exklusiv);
  • Vorträge und Führungen laut Programm;
  • Mehrtages-Ticket für die Goethe-Ausstellung sowie für „Goethes Gärten“ (inklusive Kopfhörersystem);
  • Tickets für die Nutzung der U-/S-Bahnen für die Hin- und Rückfahrten ab/bis Hotel Maritium zu/von der Museumsmeile vom 27. bis 30.6.2019;
  • Beherbergungssteuer der Stadt Bonn.
  • Nicht eingeschlossen ist eine Rücktrittskostenversicherung, deren Abschluss dringend empfohlen wird.

Hotel

Das Maritim Hotel Bonn**** befindet sich mit 410 Zimmern (Schwimmbad, Sauna) zwischen Bonn und Bad Godesberg. Das Naherholungsgebiet „Rheinaue“ und das Rheinufer werden nach wenigen Minuten erreicht. Das Hotel befindet sich wenige Gehminuten von der U-Bahnhaltestelle „Olof-Palme-Allee/Deutsche Telekom“ entfernt.

Einzelzimmernutzung 171,00 € (Doppelzimmer zur Einzelnutzung)

Ablauf

Donnerstag, 27. Juni 2019

Individuelle Anreise zum Maritim Hotel**** nach Bonn, Treffen im Hotelfoyer (14.30 Uhr) und Fahrt mit der Straßenbahn zur Bundeskunsthalle

15.00 Uhr
Willkommen zur Goethe Akademie!
Begegnungen und Gespräche bei Kaffee und Gebäck

16.00 Uhr | Führung durch das Ausstellungskapitel
„Kindheit und Jugend in Frankfurt“
Vor dem Werther-Roman
Der Bildungsweg des jungen Goethe

  • Professor Dr. Thorsten Valk, Weimar
    Kurator der Ausstellung „Goethe. Verwandlung der Welt“, Leitung des Referats Forschung und Bildung, Klassik Stiftung Weimar

17.30 Uhr | Vortrag und Gespräch in der Bundeskunsthalle
Goethes „Werther“
Zur Genese eines Jahrhundertwerks
Als der Werther-Roman 1774 erschien, machte er Goethe binnen weniger Monate zu einem der meistgelesenen Schriftsteller in Deutschland. Vielerorts löste das Buch euphorische Reaktionen und eine regelrechte ‚Werthermode‘ aus, doch auch kritische Stimmen meldeten sich zu Wort. Warum kam es zu diesen unterschiedlichen Reaktionen? Welche persönlichen Erfahrungen verarbeitete Goethe in seinem Buch? Und warum traf er mit seinem Roman so sehr den Nerv der Zeit?

  • Professor Dr. Thorsten Valk, Weimar

19.30 Uhr
Abendessen im Hotelrestaurant

Freitag, 28. Juni 2019

Frühstück

10.15 Uhr | Vortrag und Gespräch in der Bundeskunsthalle
Werther als lesender Held
Goethes Werther ist ein lesender Held. Auf seinen Ausflügen und Spaziergängen wird er ständig von Büchern begleitet. Doch Werther liest nicht nur, wann immer es die Umstände erlauben, sondern er identifiziert sich auch mit den Pro-tagonisten seiner Bücher: etwa mit Odysseus, dem Helden Homers, oder mit Ossian, dem nordischen Barden. Werther taucht in die fiktiven Welten seiner Bücher ein und modelliert nach ihnen seine eigene Lebensrealität, was schließlich zu einem gefährlichen Wirklichkeitsverlust führt.

  • Professor Dr. Thorsten Valk, Weimar

11.45 Uhr | Führung durch das Ausstellungskapitel „Gefühlswelten. Die Leiden des jungen Werthers“ (Teil 1)
Die Leserinnen und Leser des „Werther“
Aufschlussreicherweise gab Goethes Werther mit seinem Lektüreverhalten ein Muster vor, dem auch jene zumeist jungen Leserinnen und Leser folgten, die sich im späten 18. oder im 19. Jahrhundert mit Goethes Briefroman beschäftigten. Auch sie suchten immer wieder die Identifikation mit Werther, was zahlreiche Werke der bildenden Kunst – mal hochpathetisch, mal ironisch-subversiv – zum Thema machen.

  • Professor Dr. Thorsten Valk, Weimar

Gelegenheit zur Mittagspause

15.00 Uhr | Vortrag und Gespräch in der Bundeskunsthalle
Werther als Melancholiker
Werther ist ein Melancholiker par excellence. Das zeigen bereits die ersten Briefe des Romans: Er kultiviert seine Schwermut und forciert seine elegischen Stimmungen. Im Verlauf des Romans wächst sich Werthers Melancholie zusehends zu einer Krankheit aus – zu eben jenen Leiden, auf die bereits der Titel des Romans verweist.

  • Professor Dr. Thorsten Valk, Weimar

16.00 Uhr
Gespräche bei Kaffee, Tee und Gebäck

16.30 Uhr | Besuch des Ausstellungskapitels „Gefühlswelten. Die Leiden des jungen Werthers“ (Teil 2)
Werthers Weg in den Freitod
Als Goethes Briefroman 1774 erschien, provozierte er zahlreiche kritische Stellungnahmen. Stein des Anstoßes war vor allem Werthers mit Anteilnahme geschilderter Selbstmord. Seit dem späten 18. Jahrhundert haben sich Künstler immer wieder neu mit Werthers Freitod auseinandergesetzt. Virulent wurden dabei drei Fragen: Was treibt Werther in den Selbstmord? Wodurch sieht er sich zum Freitod berechtigt? Und welche Hoffnungen knüpft er an seine Entscheidung, dem eigenen Leben ein vorzeitiges Ende zu setzen?

  • Professor Dr. Thorsten Valk, Weimar

19.30 Uhr
Abendliches „Goethe-Menü“ im Restaurant „Speisesaal“ in der Bundeskunsthalle (exklusiv)

Samstag, 29. Juni 2019

Frühstück

10.15 Uhr | Vortrag und Gespräch in der Bundeskunsthalle
Schwächling oder messianische Gestalt?
Goethes „Werther“ im Spiegel der zeitgenössischen Kritik und Literatur
Nachdem Goethes Roman im Herbst 1774 erschienen war, entstanden binnen weniger Jahre zahlreiche Fortsetzungsromane und Bühnenbearbeitungen, die Werthers Lebensgeschichte weitererzählen, indem sie Alternativen zu dessen tragischem Freitod entwickeln. Zeitgleich hob eine kontrovers geführte Auseinandersetzung an, in deren Verlauf begeisterte Befürworter des Romans auf scharfzüngige Kritiker und entschiedene Gegner stießen.

  • Professor Dr. Thorsten Valk, Weimar

11.45 Uhr | Besuch des Ausstellungskapitels „Gefühlswelten. Die Leiden des jungen Werthers“ (Teil 3)
En vogue: Werther-Porzellane, Werther-Broschen …
Goethes Roman im Kunsthandwerk
Bereits wenige Jahre nach seiner Veröffentlichung rückte Goethes Roman ins Zentrum von ausgefeiltem und weitverzweigtem Merchandising. Findige Unternehmer machten sich die Popularität der Werther-Figur zunutze und entwickelten immer neue Geschäftsideen. Sie kreierten ein „Eau de Werther“, entwarfen Schmuckbroschen mit Lottes Porträt und produzierten sogar aufwändige Porzellan-Service mit Werther-Szenen. Besonders beliebt war das Werther-Geschirr aus der Porzellan-Manufaktur Meissen.

  • Professor Dr. Thorsten Valk, Weimar

Gelegenheit zur Mittagspause

15.00 Uhr | Vortrag und Gespräch in der Bundeskunsthalle
Wetzlar in Paris
Jules Massenets spätromantische „Werther-Oper“
Goethes Roman wurde schon bald nach seinem erstmaligen Erscheinen vielfach für die Bühne bearbeitet und als Theaterstück oder Oper aufgeführt. Eine besondere Popularität gewann Jules Massenets spätromantische Bühnenadaption, die 1893 in Paris erstmals mit großem Erfolg aufgeführt wurde. Massenet löste die Handlung des Romans aus ihrem ursprünglichen Epochenkontext und reduzierte sie konsequent auf die Liebesgeschichte zwischen Werther und Lotte. Bei Massenet avanciert Lotte zur großen und tragisch Liebenden, während Werther als Charakter in den Hintergrund rückt.

  • Professor Dr. Thorsten Valk, Weimar

16.00 Uhr
Gespräche bei Kaffee, Tee und Gebäck

16.30 Uhr | Film und Gespräch
„Goethe!“
Philipp Stölzls Film aus dem Jahr 2010 zeigt den Dichter in seiner Sturm-und-Drang-Phase.

19.30 Uhr
Abendessen im Hotelrestaurant

Sonntag, 30. Juni 2019

Frühstück
10.15 Uhr | Besuch des Ausstellungskapitels „Arkadische Welt. Die Reise nach Italien“
Goethe – der Anti-Werther
Im September 1786 brach Goethe zu einer anderthalbjährigen Italienreise auf. Er folgte damit seinem Verlangen, die großen Monumente der Antike sowie die bedeutenden Kunstwerke der Renaissance mit eigenen Augen zu sehen. In Italien formte sich Goethes klassizistisches Kunstverständnis, das einige Jahre später die ideelle Grundlage der sogenannten Weimarer Klassik bilden sollte. Damit löste er sich endgültig von der empfindsamen Gefühlswelt seines Romans, den er fortan konsequent mied.

  • Professor Dr. Thorsten Valk, Weimar

11.45 Uhr | Rundgang durch „Goethes Gärten“ auf dem Dachgarten der Bundeskunsthalle
Werther in der Natur
Werther zieht es immer wieder in die freie Natur, die er als Resonanzraum seiner Empfindungen und Stimmungen erlebt. Zugleich ist die Natur aber auch ein religiös aufgeladener Erfahrungsraum für Werther. In den Jahren, als Goethe an seinem Briefroman schrieb, eroberte der englische Landschaftsgarten gerade den europäischen Kontinent. Wie Werthers Naturverständnis und der englische Landschaftsgarten aufeinander zu beziehen sind, lässt sich während eines gemeinsamen Rundgangs durch die Gartenlandschaft auf dem Dach der Bundeskunsthalle erleben.

  • Professor Dr. Thorsten Valk, Weimar

12.30 Uhr
Mittagsimbiss

13.00 Uhr
Bis zur nächsten Goethe Akademie!
Verabschiedung

©Foto: Landesmuseum Württemberg, Stuttgart 2019, Goethe Illustration von Maria Gottweiss nach dem Gemälde von Johann Heinrich Wilhelm Tischbein / Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH

Änderungen im Programmverlauf und in der Organisation bleiben vorbehalten.