Der Flaneur

Vom Impressionismus bis zur Gegenwart

Mit der zunehmenden Beschleunigung unseres Alltags entsteht der Wunsch nach Müßiggang und Zeit zur Reflexion. Vor diesem Hintergrund ist gerade heute die Figur des Flaneurs aktueller denn je. Das langsame Flanieren und fließende Sehen des Flaneurs stehen in starkem Kontrast zu der Zweckgerichtetheit unseres Tuns und der Hektik unserer Bewegung.

Das zunächst literarisch angelegte Motiv des Flaneurs ist eng mit der urbanen Umgebung verbunden. Der Flaneur ist das Auge der Stadt, das auf die Stadt schaut und durch das die Stadt auf sich schaut. Der schweifende Blick dieser einzelnen Figur, die ziellos über Straßen und Plätze streift und Eindrücke sammelt, erweist sich als adäquate Wahrnehmung des flüchtig instabilen Organismus der Großstadt seit Beginn der Moderne.

Die aktuelle Ausstellung im Kunstmuseum Bonn folgt dem Weg des Flaneurs durch einen Zeitraum von mehr als 100 Jahren, vom Ende des 19. Jahrhunderts bis ins 21. Jahrhundert. Impressionismus, Expressionismus und Neue Sachlichkeit zeigen Paris und Berlin als die ersten Terrains der Flaneure. Seit den 1930er Jahren ist die Fotografie ebenfalls ein zentrales Medium der Erfahrung des städtischen Lebens. In der Gegenwart nutzen Künstler – neben Malerei und Fotografie – Performance, Film und Audiowalk, um die dynamischen Strukturen der Stadt zu erfahren und zu bestimmen.

Neu: Über den Button „Jetzt anmelden“ können Sie sich direkt online anmelden und den Kostenbeitrag sofort und sicher entrichten. Alternativ schicken Sie uns wie bisher eine E-Mail an akademie@tma-bensberg.de.

Leistungen

Der Preis für die Veranstaltung beträgt 75,00 € pro Person und umfasst:

  • Tagungsbeitrag;
  • 2-Gänge-Mittagessen;
  • Tischgetränke zum Mittagessen;
  • Kaffee-Teepause;
  • Eintritt und Führung in Gruppen durch die Ausstellung im Kunstmuseum Bonn.

Für ArtCard-Inhaber beträgt der Preis für die Veranstaltung 69,40 €.

Die Akademietagung findet in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Bonn statt.

Kunst Museum Bonn

Ablauf

Mittwoch, 21. November 2018

11.15 Uhr    
Begrüßung und Einführung
Andreas Würbel, Thomas-Morus-Akademie Bensberg
Dr. Volker Adolphs
ist Kunsthistoriker, Ausstellungsleiter  im Kunstmuseum Bonn und Kurator der Sonderausstellung. Er kuratierte zahlreiche Ausstellungen zur Kunst der Klassischen Moderne wie zur Künstlerfreundschaft zwischen August Macke und Franz Marc oder auch zum Thema „Unheimlich – Innenräume von Edvard Munch bis Max Beckmann“

August Macke, Ernst Ludwig
Kirchner, George Grosz …
Der Flaneur in der Malerei der klassischen Moderne

Dr. Volker Adolphs, Kunstmuseum Bonn

12.45 Uhr    
Mittagessen im Restaurant des Kunstmuseums Bonn

14.00 Uhr    
Von der Seine an die Spree und wieder zurück
Der Flaneur Franz Hessel

Dr. Magali Nieradka-Steiner
ist promovierte Literaturwissenschaftlerin, akademische Mitarbeiterin für Französisch an der Universität Heidelberg und Lehrbeauftragte für Literaturwissenschaft an den Universitäten Mannheim und Hildesheim. Schwerpunkte ihrer Forschung sind das Exil, deutsch-französische Themen, Spielzeug in der Literatur, Hermann Hesse und die Flanerie. Zu ihren Monographien zählt auch die erste Biographie über den Flaneur Franz Hessel.

15.00 Uhr    
Die Gegenwart des Flaneurs
Werke von Franz Ackermann, Thomas Struth, Corinne Wasmuht ...

Prof. Dr. Stephan Berg
ist seit 2008 Intendant des Kunstmuseums Bonn und seit 2004 Honorarprofessor an der Hochschule für Bildende Kunst in Braunschweig. Er veröffentlichte zahlreiche Aufsätze und Kataloge zur Kunst der Gegenwart.

16.00 Uhr    
Kaffee/Tee vor dem Auditorium

16.15 Uhr    
„Der Flaneur. Vom Impressionismus bis zur Gegenwart“

Führungen in Gruppen durch die Ausstellung im Kunstmuseum Bonn

17.15 Uhr  
Ende der Führungen und anschließend Gelegenheit zum individuellen Besuch der Ausstellung bis 21.00 Uhr.

Änderungen im Programmverlauf und in der Organisation bleiben vorbehalten.