Brügge, Gent, Oostende

Kulturelles Erbe Flanderns

Gent und Brügge bewahren einen kaum zu übertreffenden Reichtum an Kunstschätzen unterschiedlicher Epochen. Ihre Museen und Kirchen gleichen wahren Schatztruhen mit Meisterwerken: Vertreten sind hier die Brüder van Eyck, Petrus Christus, Michelangelo, Hieronymus Bosch ebenso wie Hans Memling. Begründet liegt dieser Kunstreichtum in der Hochblüte der Städte im Spätmittelalter, als diese zu  europaweit agierenden Handelsmetropolen aufstiegen und sich hier Produzenten kostbarer Tuche etablierten. Großhändler traten als Mäzene auf, taten es damit den fürstlichen Landesherren gleich und schufen eine für die Künste unvergleichlich fruchtbare Atmosphäre städtischen Selbstbewusstseins. Auch die Architektur entwickelte eine eigene Dynamik: Rathäuser, Tuchhallen, Bürgerhäuser, Beginenhöfe und natürlich auch die Sakralarchitektur steigerten sich ins Monumentale und zeigen sich als glanzvolles Erbe eines stolzen Bürgertums. Ganz andere interessante Perspektiven bietet dagegen Oostende: Die einst raue Hafenstadt wurde mondänes Seebad und empfing in den 1930er Jahren Gäste zur Sommerfrische. Zugleich wurde die Stadt Zufluchtsort für deutschsprachige Literaten, Intellektuelle und Aktivisten wie Stefan Zweig, Egon Erwin Kisch, Eugen Roth oder auch Irmgard Keun. Volker Weidemann spürte ihrem Leben in seinem Roman „Ostende 1936. Sommer der Freundschaft“ eindrucksvoll nach.

 

Leistungen

Der Preis für die Ferienakademie Brügge, Gent, Oostende beträgt 864,00 € pro Person im Doppelzimmer und umfasst:

  • Busreise ab Bensberg und Köln sowie zurück;
  • 4 Übernachtungen im Doppelzimmer mit Bad oder Dusche/WC im Hotel Novotel Brugge Centrum***;
  • Frühstücksbuffet im Hotelrestaurant;
  • Drei-Gänge-Abendmenü am 10.10.2017 im Hotelrestaurant;
  • Drei-Gänge-Abendmenü an drei Tagen in verschiedenen Restaurants;
  • Führungen, Besichtigungen, Eintritte und Gebühren laut Programm;
  • Bereitstellung eines Funk-Kopfhörersystems;
  • Grachtenfahrt am 11.10.2017;
  • Kulturförderabgabe;
  • Reiseleitung der Thomas-Morus-Akademie Bensberg ab/bis Bensberg;
  • Reiseinformationen;
  • Reisepreissicherungsschein.

Einzelzimmerzuschlag: 144,00 € (Doppelzimmer zur Einzelnutzung)

Hotel

Im historischen Zentrum von Brügge befindet sich das Hotel Novotel Brugge Centrum*** mit 126 komfortablen, zweckmäßig eingerichteten Zimmern und ist ein guter Ausgangspunkt für die Stadterkundungen.

Ablauf

Dienstag, 10. Oktober 2017

Busreise von Bensberg (7.30 Uhr) und Köln (8.15 Uhr) nach Gent.

Das sakrale Gent

In unmittelbarer Nähe zu Rathaus und Tuchhalle befindet sich das sakrale Zentrum der Stadt: die Niklaaskerk und die Kirche Sint-Baafs, die heutige Kathedrale des Bistums Gent. In ihren gotischen Mauern birgt sie bedeutende Kunstwerke wie den „Altar der Anbetung des Lammes“ der Brüder van Eyck. Dieses herausragende Tafelbild gehört zu den wegweisenden Werken der altniederländischen Kunst; da es restauriert wird, sind einige Teile im Museum für Schöne Künste Gent zu sehen. Auch die Niklaaskerk verdankt ihre prachtvolle Choranlage (15. Jahrhundert) dem Reichtum der Bürger von Gent. Langhaus und Vierung zeigen die typischen Stilmerkmale der Scheldegotik (13. Jahrhundert). Ein Spaziergang durch das Stadtzentrum führt zu den wichtigsten Bauten der Bürger und auch zum Gravensteen, der Burg der Grafen von Flandern. Im Prinsenhof wurde Kaiser Karl V. im Jahr 1500 geboren, Beginen unterhielten bis in die Neuzeit gleich mehrere florierende Klöster, wie den kleinen Beginenhof.

 

Mittwoch, 11. Oktober 2017

Brügge – kunstsinniger Klerus, Memling und Brueghel

Bis in die Neuzeit fungierte das mittelalterliche Sint Jans Hospital als Krankenhaus, heute sind die mächtigen Räume würdiger Rahmen für die Werke Hans Memlings (Johannesaltar, 1474; Ursulaschrein). Die gotische Liebfrauenkirche gleich gegenüber war und ist die wichtigste Pfarrkirche der Bürger. Neben der Grablege des Herzogs Karl dem Kühnen und seiner Tochter Maria von Burgund birgt die Kirche Michelangelos Frühwerk „Muttergottes mit Kind“ (1503). Im Spätmittelalter zählte Brügge zu den reichsten Handelsstädten der Grafschaft Flandern und war mit der Hanse und den Medici in Florenz vernetzt. Dieser Reichtum brachte ein unverwechselbares Stadtbild hervor, das nahezu komplett erhalten blieb und sich besonders schön bei einer Grachtenfahrt zeigt (wetterabhängig).

 

Donnerstag, 12. Oktober 2017

Oostende – Seebad und Zufluchtsort

Dieser Tag widmet sich der Geschichte des Seebades und der Hafenstadt Oostende: Der Maler James Ensor (1860-1949) liebte seine Geburtsstadt und die ungestüme Nordsee, die Stadt war ihm Muse und Inspirationsquelle zugleich. Auch der Maler Léon Spilliaert, zwanzig Jahre jünger als Ensor, ist mit der „Königin der Badeorte“ verbunden. Seine nächtlichen Streifzüge und die Strandspaziergänge haben ihn zu seinen besten Werken inspiriert: dunkel und geheimnisvoll! Das neu konzipierte Kunstmuseum MuZee widmet sich in der Ausstellung „Zwei Großmeister aus Ostende“ beiden Künstlern und das einstige Wohnhaus von Ensor „entführt“ in die Welt dieses Künstlers. Stefan Zweig, Joseph Roth, Egon Erwin Kisch und viele andere entdeckten in den 1930er Jahren das Seebad. Ihrer Heimat beraubt, glich Oostende den Verfolgten einem Versprechen für ein freies Leben. Sie diskutierten, philosophierten, rauchten und tranken in den Bars und Cafés; ein kleiner literarischer Spaziergang zeigt einige „ihrer“ Orte.

 

Freitag, 13. Oktober 2017

Brügge – Bürgerstolz und Mäzenatentum

Im Trubel des viel besuchten Brügge ist der Beginenhof eine Oase der Ruhe. Wo sich ehemals Frauen aller Schichten in Gemeinschaft karitativen Aufgaben widmeten, leben heute Benediktinerinnen. Von internationalem Rang ist das Groeningemuseum, denn hier sind alle großen Namen der altniederländischen Malerei vertreten: Robert Campin, Rogier van der Weyden, Petrus Christus, Hans Memling, Hugo van der Goes und natürlich Jan van Eyck. Seine „Madonna des Kanonikus Joris van der Paele“ (1436) ist einzigartiges Beispiel der Erzählfreude und der Technik des Meisters. Im Stadtzentrum beherrschen der Belfried der Tuchhalle und das Rathaus das Bild. Der Schöffensaal des Rathauses „erzählt“ mit seiner Architektur und Ausstattung von der glorreichen Geschichte der Stadt, während in der Oberkirche der Heilig-Blut-Basilika noch heute die kostbare Reliquie des Blutes Christi verehrt wird.

 

Samstag, 14. Oktober 2017

Gent – Adel, Bürger, Arbeiter

Das Museum für Schöne Künste in Gent bietet einen guten Überblick über die flämische Malerei vom 15. Jahrhundert bis in die Gegenwart, so sind hier insbesondere auch zwei kleine, aber beeindruckende Werke von Hieronymus Bosch sehenswert. Die Sint Pieters Abij erstrahlt als einst reichste Abtei Flanderns nach umfangreicher Restaurierung im neuen Glanz. Im Viertel zwischen der Abtei und der Altstadt wird mit dem Kulturzentrum Vooruit und den angrenzenden Straßenzügen Gents Arbeitergeschichte genauso erlebbar, wie im Bücherturm Henry van de Veldes moderne Architektur sichtbar. Rückreise nach Köln (Ankunft ca. 19.30 Uhr) und Bensberg (Ankunft ca. 20.15 Uhr).

Änderungen im Programmverlauf und in der Organisation bleiben vorbehalten.