© Klassik Stiftung Weimar, Bestand Museen
© Klassik Stiftung Weimar, Bestand Museen

Bauhaus100. Alfeld. Weimar. Dessau.

Ansätze, Protagonisten, Wirkungen

„Ich glaube bestimmt, dass Weimar gerade um seiner Weltbekanntheit willen, der geeignete Boden ist, um dort den Grundstein einer Republik der Geister zu legen.“ Walter Gropius

In diesem Bewusstsein gründete Walter Gropius am 1. April 1919 in Weimar das „Staatliche Bauhaus“. 100 Jahre später laden wir Sie gemeinsam mit der Klassik Stiftung Weimar ein, den Spuren des frühen Bauhauses zu folgen. Dabei wird deutlich, warum Weimar mit der Gründung des Staatlichen Bauhauses schnell zum Treffpunkt der europäischen Künstler-Avantgarde wurde – und dies in einer Zeit politischer Wirren und wirtschaftlicher Missstände. Erfahrbar wird auch, dass und wie die Formensprache des Bauhauses bis heute auf vielfältige Weise Kunst und Alltag, Design und Architektur prägt – obwohl sich diese Kunstschule bereits nach 14 Jahren unter Druck auflösen musste.
Mit dem Kunsthistoriker Dr. Andreas Baumerich folgen Sie Denkweisen und Arbeitsansätzen der Bauhäusler, betrachten Designikonen und „begegnen“ den Protagonisten im jüngst eröffneten bauhaus museum weimar. Sie erfahren im Neuen Museum Weimar auch Interessantes über die Wegbereiter des Bauhauses oder betreten die Meisterhäuser in Dessau. Denn hier setzen viele ältere und ganz neue Gebäude den Dialog mit dem Bauhaus bis heute fort.

Leistungen

Der Preis für die Ferienakademie beträgt 986,00 € pro Person im Doppelzimmer und umfasst:

  • Busreise von Köln und Bensberg sowie zurück;
  • 4 Übernachtungen im Doppelzimmer mit Bad im Hotel Dorint Am Goethepark Weimar****s;
  • Frühstücksbuffet im Hotelrestaurant;
  • Mittagessen (Tellergericht) am 1.6.2019;
  • Drei-Gänge-Abendmenü oder -buffet im Hotelrestaurant an allen Tagen;
  • Führungen, Besichtigungen, Eintritte und Gebühren laut Programm;
  • Bereitstellung eines Funk-Kopfhörersystems;
  • Kulturförderabgabe;
  • Reiseleitung der Thomas-Morus-Akademie Bensberg ab/bis Köln unter Mitwirkung örtlicher Fachkräfte;
  • Reiseinformationen;
  • Reisepreissicherungsschein.

Hotel
Das Hotel Dorint Am Goethepark Weimar****s verdankt seine Ausstrahlung der architektonischen Verbindung zweier klassizistischer Villen mit einem Neubau. Von hier sind es nur wenige Gehminuten zum historischen Stadtkern, zum Stadtschloss oder zur Herzogin Anna Amalia Bibliothek. Die 143 Zimmer des Hotels sind komfortabel eingerichtet, alle Bäder verfügen über eine Badewanne mit integrierter Dusche.

Einzelzimmerzuschlag: 140,00 € (Doppelzimmer zur Einzelnutzung)

Hinweise
Kuratorenführung am 30. Mai 2019
Ute Ackermann, Weimar
Direktion Museen/Abteilung Bauhausmuseum, Klassik Stiftung Weimar

Bauhaus-Führungen am 30. und 31. Mai 2019
Thomas Apel, Weimar
Architekt, Projektkoordinator Bauhaus100, Bauhaus-Universität

Ablauf

Mittwoch, 29. Mai 2019
Busreise von Köln (7.00 Uhr) und Bensberg (7.45 Uhr) zunächst nach Alfeld an der Leine.
Gropius‘ Erstlingswerk
Bis heute beeindruckt das mehr als 100 Jahre alte dreistöckige Fassadengebäude der Faguswerke mit seiner schwerelos wirkenden eleganten Konstruktion aus Glas und Stahl und den stützenlosen, vollständig verglasten Ecken. Noch nicht einmal 30-jährig ebnete Gropius mit diesem Bau den Weg des Bauhauses und der Moderne: Es ist ein Manifest der „Neuen Sachlichkeit“ (UNESCO-Weltkulturerbe).

Donnerstag, 30. Mai 2019
Van de Velde, Nietzsche und die Moderne um 1900: Neues Museum Weimar
Als Teil des „Quartiers der Moderne“ fokussiert das Haus im Jubiläumsjahr die Entstehungsgeschichte des Bauhauses. Von Friedrich Nietzsche als Vordenker und Kultfigur ausgehend, werden wichtige Positionen der frühen Moderne in Weimar vorgestellt: von Werken der Weimarer Malerschule und der von Harry Graf Kessler geförderten Avantgarde, von Claude Monet bis Max Beckmann. Mit zahlreichen Exponaten wird das funktionale wie elegante Design van de Veldes im Kontext jener Epoche voller Glanz und Widersprüche präsentiert.
das bauhaus museum weimar
Mit der berühmten Tischlampe von Wilhelm Wagenfeld und Carl Jakob Jucker, der Teekanne von Marianne Brandt, dem Lattenstuhl von Marcel Breuer oder herausragenden Möbeln von Mies van der Rohe bietet das Haus einen außergewöhnlichen Überblick über die Entwicklung der wohl einflussreichsten Design- und Kunstschule des 20. Jahrhunderts. Neben den Design-ikonen und bislang nicht gezeigten Zeitdokumenten werden die großen Fragestellungen, Utopien und Experimente zur Lebensgestaltung des frühen Bauhauses thematisiert.
Auf den Spuren des Bauhauses
Das Bestreben der Vertreter des Jugendstils manifestiert sich eindrucksvoll in den Gebäuden der „Großherzoglich Sächsischen Kunstgewerbeschule Weimar“, die van de Velde 1905/1906 entwarf und die das Bauhaus von 1919 bis 1925 nutzte. In der heutigen Bauhaus-Universität lässt sich das für die Gründungszeit des Bauhauses Revolutionäre der architektonischen Ideen, der Linien- und Farbgebung sowie der verwendeten Materialien sehr gut nachvollziehen. Beredtes Beispiel ist das im Original wieder eingerichtete Direktorenzimmer von Walter Gropius. Sehenswert ist auch das Figurenfries im Treppenhaus, das der Bauhäusler Oskar Schlemmer schuf (1923, nachgebildet 1978/79). Während die Erbauer zahlreicher Einfamilienhäuser in Weimar dem Vorbild von Goethes Gartenhaus folgten, zeigt der Rundgang, dass und wie sich Gropius und van der Rohe bei ihren Frühwerken von der neoklassizistischen Architektur des Deutschen Nationaltheaters inspirieren ließen. Den architektonisch-politischen Gegenpol zu diesem Ort demokratischer Geschichte bildet  u. a. das Weimarer NS-Gau-forum.

Freitag, 31. Mai 2019
Funktionalität für den Esstisch: Die Porzellanfabrik KAHLA
Da bei den aktuellen Gestaltungsansprüchen der traditionsreichen Porzellanfabrik KAHLA auch immer wieder die am Bauhaus entwickelten Ideen zur Funktionalität eine Rolle spielen, lohnt ein Werksbesuch. Traditionell ist KAHLA-Porzellan berühmt für das Kobaltblau und das in vielen Haushalten benutzte Seriengeschirr mit Strohblumen- und Zwiebelmusterdekor.
Vom Jugendstil zum Bauhaus
Während das Haus Hohe Pappeln, das Henry van de Velde für seine Familie detaillreich errichtete, einem Gesamtkunstwerk gleicht, setzen die beiden einzigen in der Stadt und Region gebauten Zeugnisse des Bauhauses eigene Akzente: Das Musterhaus am Horn von Georg Muche ist frühes Zeugnis der Bauhausarchitektur (UNESCO-Weltkulturerbe), der Gropiusschüler Ernst Neufert konzipierte 1929 unter dem Einfluss der Lehre des Bauhauses das zweigeschossige Wohn- und Atelierhaus in Gelmeroda.
 
Samstag, 1. Juni 2019
Dessau: Erfolg, Ende und Zukunft des Bauhauses
Nach dem politisch erzwungenen Standortwechsel des Bauhauses verwirklichte Gropius in Dessau seine Vorstellungen von funktional-reduktionistisch orientierter Architektur. So prägt gerade sein Wohnhaus bis heute die Vorstellung vom Bauhaus und den gestalterischen Idealen. In kleinerem Maßstab wiederholen die „Meisterhäuser“, die Gropius für die Bauhaus-Professoren Klee, Kandinsky, Muche, Schlemmer oder Feininger entwarf und die 1925/1926 erbaut wurden, seinen Ansatz. Inzwischen sind auch – auf Anregung des britischen Architekten David Chipperfield – die im Krieg zerstörten „Meisterhäuser“ von Gropius und Moholy-Nagy als abstrakte Neuinterpretationen der ursprünglichen Architektur wiederaufgebaut.

Sonntag, 2. Juni 2019
Gelegenheit zum Besuch eines katholischen Gottesdienstes, ein Spaziergang durch den Ilmpark …
Rückreise nach Bensberg (Ankunft ca. 18.00 Uhr) und Köln (Ankunft ca. 18.45 Uhr).

Änderungen im Programmverlauf und in der Organisation bleiben vorbehalten.