© Andreas Praefcke, CC BY-SA 3.0

Bauen. Revolutionär.

Tradition gegen Bauhaus in Stuttgart

Mitten ins Herz der traditionalistischen Stuttgarter Architektur-Schule baute der Werkbund 1927 die avantgardistische Weissenhofsiedlung. Hier trafen nun die Vertreter des Neuen Bauens und des Bauhauses mit ihrer kompromisslos modernen Architektur auf die hier vorherrschende traditionalistische Richtung. Gemeinsam war ihnen die Ablehnung des Historismus. Die Traditionalisten aber beherrschten weiterhin das Baugeschehen in der Zwischenkriegszeit und unter den Nationalsozialisten.

Freitag, 28. Juni 2019
Bahnfahrt ab Köln Hbf. (7.55 Uhr) mit dem ICE 513 nach Stuttgart Hbf.

Monument der Tradition – der Stuttgarter Hauptbahnhof
Durch das Projekt „Stuttgart 21“ wurde der Hauptbahnhof überregional bekannt. Der charakteristische Uhr­turm mit burgenartigem Bos­sen­quaderwerk von Paul Bonatz gilt als Wahrzeichen Stuttgarts. Neben ihm ist die Stuttgarter Schule auch beim Wohnungsbau mit an Kaffeemühlen erinnernden Walmdachbauten vertreten.

Staatsgalerie Stuttgart – Sonderausstellung „Weissenhof City“
Die Ausstellung untersucht, wie sich Stadt und die Bauhaus-Bewegung beeinflusst haben. Dabei gehen internationale Künstlerinnen und Künstler der Frage nach, welche Zukunftsvisionen das Neue Bauen aus damaliger Sicht auf die heutige Zeit hat.

Bauen für den modernen Menschen – die Weissenhofsiedlung
1927 errichtete der Deutsche Werkbund unter der Leitung von Ludwig Mies van der Rohe die Siedlung, die mit ihren innovativen Flachdachbauten und Siedlungshäusern als eine der bedeutendsten Architektursiedlungen der Neuzeit gilt. Beteiligt waren u. a. Le Corbusier, Gropius, Behrens und Oud. In der NS-Zeit als „Araberdorf“ verspottet, sollte sie sogar abgerissen werden. Im Doppelhaus von Le Corbusier und Pierre Jeanneret befindet sich seit 2006 nach originalgetreuer Sanierung das Weissenhofmuseum.

Sattel- gegen Flachdach – die Kochenhofsiedlung
Vertreter der Stuttgarter Schule reagierten mit heftiger Kritik auf die Weissenhofsiedlung. So war es das erklärtes Ziel, mit dieser Siedlung ein bewusst traditionalistisches Gegenmodell zu schaffen. Ab 1933 wurde sie unter der Leitung Paul Schmitthenners in Holzbauweise als Modellsiedlung errichtet. Gegner nannten das Neubaugebiet daher witzelnd „Holzwurmsiedlung“.
Rückreise mit dem ICE von Stuttgart Hbf. nach Köln Hbf. (20.59 Uhr).

Änderungen im Programmverlauf und in der Organisation bleiben vorbehalten.

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